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von grohem Tuche über Matroſenjacke und Beinklei⸗ dern, und an der ſchmutzigen Sammtkappe als der neue Kaplan des Graf⸗Mörner zu erkennen war.
„Unſer Kapitän leidet am Verſtand. Gott ſteh' ihm bei!“ flüſterte Meiſter Pehrſohn dieſen Beiden zu, die mit einer ſchmierigen Karte Rommelpiket ſpielten, und deutete dabei, die Augen verdrehend, mit dem Zeigefinger nach der Stirne.
Das kleine, ſchwarzbraune, zuſammengedrückte Ge⸗ ſicht des Kaplans hob eine aufgeſtülpte Naſe und ſchwarze ſtechende Augen zu dem Sprecher empor und betrachtete ihn neugierig. Habermann blieb in ſeiner phlegmatiſchen Ruhe und lächelte dummgleichgültig vor ſich hin.
„Entweder fehlt's ihm am Leib oder an der Seele“, fuhr der Bootsmann, die Worte mit Mühe zuſammen⸗ ſuchend, fort;„für's Erſtere muß Meiſter Habermann, für's Letztere müßt Ihr Rath ſchaffen, hochwürdiger Herr.“
„Der Hexenmeiſter hat's ihm angethan“, gähnte Habermann;„ſeit der Teufelsbraten fort iſt, hat der Kapitän gekränkelt und iſt kein Anskommens mit ihm geweſen. Hat doch den ganzen Winter über ein Ge⸗ heimniß aus ſeinem Aufenthalt zu Marſtrand gemacht werden müſſen, damit ihn ſeine junge, hübſche Frau, die ihm nicht das Mindeſte zu Leid gethan, nicht aus⸗ ſpüre und aufſuche. Das iſt, mit Verlaub zu ſagen, ſchon halb verrückt.“
„Wenn er vom böſen Geiſte beſeſſen iſt, ſo geht Ihr zuerſt hinauf, Herr Magiſter,“ bat der Boots⸗ mann den Geiſtlichen. Unterdeſſen war auch der Ka⸗ pitänlientenant Gad hinzugetreten und ſagte:„Prüft ihn genau, Leionſtiern, und wenn Ihr Meiſter Pehr⸗ ſohn's Vermuthung beſtätigt findet, ſo müſſen wir zu⸗


