„Es iſt auch nicht nöthig“ verſetzte Noreroß mürriſch.
„Nicht nöthig? Für den Pfaffen, das iſt wahr. Aber für uns, das iſt nicht wahr. Wir müſſen Euern Willen wiſſen, Kapitän, oder beim rothen Dänen! wir laufen in geradem Strich auf die Themſe und legen an der Londner Brücke an.“
„Seid Ihr toll, Meiſter Pehrſon! Was ſollen wir an der Londner Brücke?“
„Daſſelbe, was wir hier ſollen. Sagt uns, wo⸗ hin's gehen ſoll, und der Steuermann wird das Steuer und ich das Logbuch führen, wie ſich's gebührt.“
Der Bootsmann trocknete ſich mit dem ſchmutzigen Aermel ſeiner Leinwandjacke den Schweiß von der Stirne, den ihm das ungewohnte Sprechen ausge⸗ trieben hatte. Nun erſt verſtand ihn der Kapitän, und erinnerte ſich lächelnd, daß er über die Richtung der Fahrt noch nichts beſtimmt hatte.
„Haltet nur immer Backbord, ſüdweſt.“
„Aber der Wind pfeift nordweſt und treibt uns den jütländiſchen Wällen zu.“
„Werft das Schiff gegen die anſtrömende See, refft alle Segel ein! Ich will's einmal mit Sturm und Wellen zu thun haben.“
„Heiliger Gott!“ ſagte der Bootsmann halb leiſe
mit einer erſchrockenen Bewegung und entfernte ſich
ſcheu nach der Kajüte, während Norcroß ſich wieder über den Hackebord bog und von Neuem ſeinen düſtern Gedanken nachhing.
Als der Bootsmann den Officieren des Schiffs den Willen des Kapitäns mitgetheilt hatte, verfügte er ſich in eine Ecke, wo an einem mit Gläſern be⸗ pflanzten Tiſche der Schiffschirurgus und noch ein andrer Mann ſaßen, welcher Letztere an dem ſchwarzen weiten, hie und da geflickten und abgetragenen Rock


