Gefängniß in Kopenhagen entſchlüpft, und mit Lebens⸗ gefahr nach Marſtrand entwichen, und fing den Wellen
ihm leichter. In einer Kanonenluke ſaß Juel, ſeinem
die Schaummützen weg und freute ſich kindlich des Spiels.
Schon war das Schiff einen halben Tag gelaufen und Niemand von der Bemannung wußte, wohin es beſtimmt war. Es ging auf Gerathewohl in der Nordſee, und Pehr Pehrſon wußte ſeiner Verlegenheit kein Ende, daß er noch immer keine Befehle, die Rich⸗ tung der Reiſe betreffend, vom Kapitän erhalten hatte. Endlich zog er kopfſchüttelnd den Hoſenzürtel an, kämmte mit den Fingern die Haare unter die Leder⸗ kappe, ſchlug mit den nervigen Armen um ſich, als wollte er irgend etwas Unangenehmes abwehren, ſchob dann ſeine eckige Geſtalt auf den ſchweigſamen Kapitän zu, ſtellte ſich vor denſelben hin, grüßte ſeemänniſch mit Ehrerbietung, räuſperte ſich und ſprach mit heißerer Stimme:„Da Ebbe Reetz treulos geworden und zu den däniſchen Hunden übergelaufen iſt, ſo haben wir auf dem Graf⸗Mörner einen neuen Steuermann nöthig gehabt.“
„Das hat ſeine Richtigkeit“, verſetzte Norcroß. Der Bootsmann, kein Freund vom Sprechen, erwartete, daß ihn der Kapitän verſtanden habe, und verſtummte ſo lange, bis ihn Norcroß durch ein kräftiges„Weiter!“ zum abermaligen Reden antrieb.
„Wir haben auch diesmal einen Schiffskaplan an
Bord genommen, damit die Jungen, wenn ihnen das
Takelwerk zerſchoſſen wird, nicht vom Teufel gekapert werden, ſondern mit einem Avis des Kaplan in den Himmelshafen einlaufen. Ihr habt den Pfaffen ſelbſt beſtellt, und ob er wohl Gottes Willen weiß— wie er vorgibt— ſo weiß er doch nicht Euren, ſo wenig wie der neue Steuermann und ich.“


