Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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Schiſſöruch desgraſ⸗Mörner.

Norcroß hatte den Winter in einſamer Unverträg⸗ lichkeit, fern von ſeinem Weibe und ſeinen Freunden, ſiechend und in ſein Zimmer gebannt im marſtrander Hafen zugebracht. Er war mit ſeinem Schickſale zer⸗ fallen und hatte ſich ſo in ſich hineingedüſtert, daß er auf dem Punkt ſtand, ein Menſchenfeind zu werden Nur eine Hoffnung kettete ihn noch an das Leben⸗ in den erſten Frühlingstagen auf das Meer hinaus⸗ zufahren; auf das unbeſtändige Element trieb ihn ſein ödes Herz; für nichts Andres hatte es mehr Sinn und Leidenſchaft.

Und er rüſtete ſein Schiff und ſtieß hinaus in

die winterlich bewegte Welle, zum Schrecken ſeiner

Leute, zum Staunen der Andern; denn zu dieſer Zeit getraute ſich ohne Noth kein Schiffer hinaus und arge Stürme ſtanden bevor. Niemand konnte ſich erklären, was er ſchon draußen wolle, da an Beute noch lange nicht zu denken war; er wußte es wohl, aber er ſchwieg. In ſeinen Mantel gehüllt, den Hut in die Stirn ge⸗ drückt, ſchaute er ſehnſüchtig hinaus in die Waſſer⸗ wüſte. Die Wellen ſchlugen an das Schiff und grüß⸗ ten zum Willkommen, und mit jedem Gruß wurde