eines Abends auf einem däniſchen Boote der Franzoſe Courtin im Hafen an und überbrachte noch denſelben Abend zwei Briefe, den einen vom Fräulein von Ga⸗ bel an den Kapitän Norcroß, den andern von Fräu⸗ lein von Ove an den Lieutenant Flaxmann. Der erſtere lautete alſo:
„Kapitän Noreroß!
Ein unſeliges Mißgeſchick ſchwebt über all' Euern Unternehmungen. Ihr werdet vergebens gegen ein Euch feindliches Schickſal kämpfen. Euer Plan, die däniſche Flotte zu vernichten und Tordenſchild zu de⸗ müthigen, iſt wieder verrathen; ganz Kopenhagen ſpricht davon; man trifft in Eile alle erdenklichen Vorſichts⸗ maßregeln. Man ſetzt ſogar überall hinzu, Ihr woll⸗ tet den König und den Kronprinzen von Dänemark ermorden. Doch iſt das Letztere wohl nur erdacht, um Euch in ein recht grell⸗gehäſſiges Licht zu ſetzen; ich will und mag nicht glauben, daß Ihr Euch ſo weit verirren könntet. Einen Königsmord kann der Freiſinnigſte nicht gut heißen.
Euer Plan ſoll durch Euern eignen Steuermann, einen uralten Greis und gebornen Dänen, verrathen worden ſein, der, wie man erzählt, vor einigen Tagen hier anlangte und von ſeinem Gewiſſen getrieben die Anzeige bei dem Admiralitätsgericht machte.
Euer Fluch trifft mit Recht meine alberne Baſe; ſie leidet ſehr; und um das Maß ihres, Eueres und meines Kummers voll zu machen, iſt auch Juel ent⸗ deckt und in Gewahrſam gebracht worden. Seine Handſchrift, die Chriſtine dem Kammerjunker von Ra⸗ ben übergab, hat ihn verrathen. Man wird dem ar⸗ men Jungen kurzen Prozeß machen, und er iſt nicht zu erretten. O ich bin namenlos unglücklich! Doch mir zum Troſt ſcheint es, daß der Sturm meines Le⸗
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