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den jedoch die Nachfragen nach ihm ſtärker, ſein Ver⸗ ſchwinden mußte endlich dem Kapitän gemeldet werden. Dieſer, mit Racheplänen beſchäftigt, machte nichts daraus, und ſo ſprachen nur die Matroſen mit Be⸗ dauern von ihm; denn ſie hatten ihn Alle lieb ge⸗ habt, und weil ſein Abhandenkommen Allen unerklär⸗ lich war, ſo behauptete Kapitänlieutenant Gad geradezu, der neugebackene Lieutenant Flarmann werde wohl am beſten wiſſen, wohin der alte Mann gerathen ſei; denn es liege außer allem Zweifel, daß dieſer ihn weggehert habe. Dieſen Verdacht ſprach er endlich ſogar ungeſcheut beim Kapitän ſelbſt aus, und überhäufte dieſen mit Vorwürfen, daß er einen ſolchen, als Zau⸗ berer und Herenmeiſter entlarvten Menſchen immer noch um ſich dulde.
„Ihr werdet es noch einſehen lernen, Kapitän,“ rief er mit gutmüthigem Eifer,„daß dieſer Chaldäer an alle Euerm Unglück Schuld iſt. All' Euere Unter⸗ nehmungen laufen ſchief, ſobald dieſe böſe Sieben im Spiele. Ich dächte doch, Ihr hättet Euch zeither über⸗ zeugt. Aber Ihr ſeid mit ſehenden Augen blind. Ich ſag' Euch, Ihr werdet noch an meine guten Rath⸗ ſchläge denken, aber dann wird's zu ſpät ſein. Auch Euer jetziges Unternehmen wird mißglücken; ich ſag' es Euch erſt, es wird nichts daraus, und bloß weil dieſer Teufelskerl daran Theil nimmt.“
„Seid Ihr fertig?“ fragte Norcroß barſch.
„Ja, Kapitän!“
„Nun wohl, ſo geht Euere Wege und bekümmert Euch nicht um ungelegte Eier; ich will die meinigen gehen und es eben ſo machen.“
Gad fluchte in den Bart und ging.
Die Brander waren faſt vollendet und Norcroß arbeitete an einem geſchickten Ueberfallsplan; da langte


