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heit nicht lieber geruhen wollten, wieder umzukehren, weil das Schiff doch Allen unbekannt und ihm ver⸗ dächtig wäre. Die andern Herren ſtimmten bei, und der Kronprinz ließ ſich zur Rückkehr bewegen. Ehe ſie bei der Zollbude ankamen, ſah man in der Ferne ei⸗ nen kleinen Fiſcherkahn vorüberſtreichen, um den man ſich nicht weiter kümmerte. Gleich darauf wurden die Anker auf der Fregatte gelichtet und mit ſtolzem Zuge ging ſie vor Aller Augen nach Schonen hinüber. So⸗ gleich befahl der Admiral, drei Schaluppen auszuſen⸗ den, um zu ſehen wer es geweſen wäre. Aber ſie
erreichten den beflügelten Gang des großen Schiffes nicht. Ohne Aufklärung kehrten ſie um.
Als der Kammerjunker von Raben von dieſer Spa⸗ zierfahrt nach Hauſe kam, fand er das Billet. Aber er konnte daraus ſo wenig ſehen, wer es geſchrieben, noch durch welche Hand es ihm zugekommen ſei. Er ahnete nur die Geberin. Genng, daß er es dem Kron⸗ prinzen überreichen konnte, um denſelben zu überzeu⸗ gen, in welcher Gefahr er geſchwebt habe.
Jener Fiſcherkahn ſtand allerdings mit der Fre⸗ gatte in Verbindung. Als er nämlich dem Schiffe nahe gekommen war, gab der junge Fiſcher ein Zei⸗ chen, daß er Depeſchen zu überbringen habe. Norcroß ſtieg ſogleich ſelbſt die Treppe hinab.
„Hier,“ ſagte der Fiſcher,„bring' ich Euch einen Brief von einer vornehmen Dame, die mir ihn eben ſelbſt mit einer Belohnung übergeben hat. Ich brauche nicht auf Antwort zu warten.“ Und ſomit ſtach er wieder in See.
Norcroß hatte in der auf ihn lautenden Aufſchrift Friederikens Hand erkannt. Mit eigenthümlichem Ge⸗ fühle eröffnete ſeine zitternde Hand das Schreiben. Er las:
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