Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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fand ſie allein, erzählte ihr ſeine Neuigkeiten und legte das Briefchen auf den Tiſch. Friederike überſah es. Als Juel hinaus war, trat Chriſtine in das Zimmer, und kaum hatte jene den Rücken gewendet, als ſie das Papier nahm, es überlas, im Buſen verbarg und da⸗ mit forteilte. Einer ihrer Diener trug das Billet un⸗ verzüglich zum Kammerjunker von Raben. Unterdeſſen hatte dem kühnen Norcroß noch ein⸗ mal das Glück gewinkt. Der freundliche Morgen führte den Kronprinzen hinaus. Einige von ſeinem Gefolge thaten ihm den Vorſchlag, ob er nicht längs den Küſten nach Güldenlund rudern wollte. Er fand Ge⸗ fallen daran, und der Admiral Roſenpalm ließ ein ſchönes Boot anfahren. Courtin wußte ſich die Füh⸗ rung deſſelben zu verſchaffen und nahm einige ſeiner Ergebenen als Ruderknechte mit. Ein Kammerherr von Gabel, Friederikens Bruder, war diesmal dabei. Als ſie nun einige Schüſſe vor der Kalkbrennerei vorbei waren, gewahrte der Admiral Roſenpalm zuerſt die Fregatte Graf⸗Mörner, und zeigte ſie dem Kammer⸗ herrn Gabel. Man fragte ringsum, aber keiner von all' den Herren kannte das Schiff. Courtin wurde nicht gefragt und durfte alſo auch nicht antworten; er hielt es auch für klüger, zu ſchweigen, bevor Nor⸗ croß ſich nicht bei der Admiralität gemeldet hätte. Doch hoffte er, der Kronprinz werde, von Neugierde getrieben, Befehl ertheilen, auf das unbekannte Schiff loszuſteuern, und ſomit wäre denn das ganze Spiel gewonnen geweſen. Und wirklich ging ſeine Hoffnung in Erfüllung. Hohe Freude leuchtete aus Courtin's Blicken; die Burſche ſtrichen die Riemen mit Kraft, und das Boot flog ſeinem Schickſale entgegen. Da trat der Admiral Roſenpalm, ein bedächtiger Mann, hervor, und bat den Prinzen: Ob Se. königliche Ho⸗