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Königsſohns, ein Geſchäft, wozu freilich ein ſchlauer Kopf gehörte, ein ſchlauerer wenigſtens, als Jverbrink, und als ſolchen hatte ſich Juel dem Kronprinzen be⸗ währt. Auf dieſen Gängen nun war es, wo Zuel die ſchönſte Gelegenheit fand, ſeine eigenen Geſchäfte zu beſorgen. Er traf jetzt öfter mit Courtin zuſammen; dieſer brachte ihn mit den gewonnenen Franzoſen zu⸗ ſammen, von welchen einer bereits nach Göthaborg an den Kapitän mit dem von Courtin, Juel und den Mitverſchwornen ausgedachten Plane abgereiſt war. Dieſer Abgeſandte wurde täglich zurück erwartet, als Juel etwas begegnete, was nicht in der Berechnung ihres Planes lag. Der Kronprinz übergab ihm näm⸗ lich ein Briefchen für das Fräulein von Gabel, die für ſich zu gewinnen er durch ihr jüngſtes Benehmen am Hofe wieder die ſchönſte Hoffnung geſchöpft hatte, und bat ihn dabei, ſich dem Fräulein recht liebens⸗ würdig zu zeigen, weil es ſich wohl gar fügen könne, daß er der Diener des Fräuleins würde. Der pfiffige Junge kam dadurch in die erſte Verlegenheit, weil er bis jetzt auf alle Weiſe vermieden hatte, in des Fräu⸗ leins Nähe zu kommen. Doch vertraute er ſeiner Liſt und trat mit Zuverſicht in Friederikens Zimmer. Aber zu ſeinem Unglück war Chriſtine zugegen. Friederike erkannte ihn, und konnte einer kleinen Beſtürzung nicht Herrin werden, welche Chriſtinen keineswegs entging. Sie wurde auf den Knaben aufmerkſam und kaum hatte er einige Worte geſprochen, als auch ſie in ihm jene räthſelhafte Geſtalt erkannte, welche ſie mit Frie⸗ deriken und dem Kapitän Norcroß in der Gartenlaube belauſcht hatte. Sogleich wurde ſie wieder von jener Unruhe befallen, deren Qual ſie ſchon damals erdul⸗ det hatte, und als ſie vollends hörte, daß dieſer Knabe Jokei des Kronprinzen geworden ſei, ſtieg jenes


