Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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19. Der letzte Verſuch.

Am andern Morgen reiſte Juel ab und machte die Reiſe auf der Küſte bis Karlskrona zu Land. Der Junge war unermüdet. Obgleich des Laufens unge⸗ wohnt, war der Junge doch unermüdlich auf den Beinen.

Von Karlskrona ließ er ſich Nachts in einem kleinen Boote an eine unwirthliche Stelle der ſeelän⸗ diſchen Küſte überſetzen, und war am andern Morgen mit der aufgehenden Sonne in der Hauptſtadt des däniſchen Königreichs. Da ihm der Kapitän verboten hatte, ſich an das Fräulein von Gabel zu wenden, ſo ſuchte er allein den Bootsmann Courtin auf. Mit dieſem verabredete er einen ſchlauen Plan. Juel ſollte ſich bei Jverbrink melden und in des Kronprinzen Dienſte zu kommen ſuchen; Courtin aber wollte mehre als Matroſen in däniſchen Dienſten ſtehende Franzoſen, die ihm ergeben waren, gewinnen, was er für nicht ſchwer hielt. Einen davon wollte er nach Göthaborg an Norcroß und Flarmann ſchicken, um ſie mit dem Plane bekannt zu machen. Juel quälte ſich einige Tage mit Hunger und Durſt, um ein kränkliches An⸗ ſehen zu erlangen, und ſchleppte ſich dann eines Mor⸗ gens in zerlumpten Kleidern an das Thor des könig⸗ lichen Palaſtes. Die Schildwachen wieſen ihn mit ihren Hellebarden zurück, aber er wimmerte ſo erbärmlich und verlangte ſo kläglich zum Leibdiener Zverbrink, daß ein vorübergehender Diener ihm verſprach den Leibdiener von ſeinem Verlangen zu benachrichtig en.