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ſtiller Mitternacht unter dem Sternenhimmel auf dem Meere, daß, wenn mir der Wurf gelänge, wenn ich den däniſchen Kronprinzen nach Schweden brächte, ich den König um meine Auflöſung meiner Ehe bitten wollte. Ja, dann ſollte Friederike mein ſein.“
„Ha, nun begreif' ich Euch!“ rief Flarmann.„Ar⸗ mer unglücklicher Freund! Ihr duldet die Qualen des Tantalus. Nun ſo laßt uns raſtlos unſerm Glücke nachjagen! Rüſtet Euere Schiffe, laßt uns Alles an die Verwirklichung unſeres Planes ſetzen!“
Und wie von einem unſichtbaren Gotte emporge⸗ riſſen, ſprang er auf und tobte über das Verdeck hin, wilde Ausrufungen und Aufmunterungen zur ſchleunig⸗ ſten Abreiſe ausſtoßend.
„So ſeid Ihr nun, Lieutenant,“ ſprach Norcroß verweiſend,„davon ſtürmend zur unrechten Zeit und inne haltend zur unrechten Zeit. Sollen wir ſogleich nach Seeland, um uns die Köpfe auf die Mauer des Kopenhagener Caſtells an Pfähle ſpießen zu laſſen?“
Flarmann hörte ihn nicht, ſondern ſprach den an das Schiff anſchlagenden Wellen von ſeinen Fieber⸗ träumen vor. Norcroß ließ ihn und arhbeitete ruhig im Logbuche weiter.


