Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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Juel ſah zu ſeinem Aerger eine große Anzahl WMenſchen in einzelnen Truppen von der Stadt her kommen. Es gingen theils einzelne Menſchen, theils Geſellſchaften häufig an ihm vorüber. Mancher warf ihm eine kleine Gabe zu. Juel bedankte ſich kaum, unwillig über den dadurch bewirkten Verzug des im Stillen verwünſchten Schenkers. Endlich ſah er einen kleinen Trupp Reiter und gab das verabredete Zeichen durch ein lautes Huſten. Norcroß, Flaxmann und ſechs Matroſen, die erſtern mit verborgenen Piſtolen, ſtiegen behutſam herauf, und Norcroß hatte ſogar die Verwegenheit, auf die Brücke zu treten und ſich auf die Brüſtung, wie ein fauler Matroſe, aufzulehnen. Die Andern hielten ſich unter der Brüſtung verbor⸗ gen. Die Reiter kamen näher. Es war der Kron⸗ prinz mit dem Marſchall von Gersdorf, die beiden Kammerjunker, von Raben und Reikov, und der Leib⸗ diener Jverbrink. Sobald des Kronprinzen Pferd die Brücke betreten hatte, warf ſich Juel nieder und flehte kläglich um Gnade und Erbarmen. Der Kronprinz winkte dem Leibdiener, den Betteljungen zu beſchenken. Dieſer leiſtete dem Befehl Folge, und ſagte, indem er ſich herabbog:Ach, Du biſt's ja, armer Kleiner! Und ſogleich ritt er an den unterdeſſen einige Schritte weiter gekommenen Kronprinzen und ſagte:Ew. kö⸗ nigliche Hoheit erlauben, dies iſt kein gewöhnlicher Bettelknabe; ich kenne ihn. Er hat ein wunderliches Schickſal und iſt ein allerliebſtes Kind.

Nun ſo erzähle! rief der Kronprinz, und Jver⸗ brink berichtete, er hätte ihn bei ſeinen Frühritten vor einigen Tagen ſchlafend gefunden, und begann das erlogene Schickſal des Jungen zu referiren. Zett ſah Noreroß zurück und machte ſich fertig, auf den Kron⸗ prinzen loszuſtürzen und ihn rücklings vom Pferde zu

Storch, ausgew. Romane u. Novellen. XlI.