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ihre dürren Finger tief in ſein Fleiſch und ſchüttelte ihn in einem Anfall von begeiſterter Wuth, daß er Zeter ſchrie. Dabei quollen ihre Augen gewaltig her⸗ aus und rollten wie feurige Räder im Kopfe, ihre ſonſt ſtets gebückte Geſtalt richtete ſich kerzengerade auf und wurde um mehre Zoll größer.„Des Königs Majeſtät hab' ich raſirt?“ ſchrie ſie noch einmal auf. „Ja, jetzt erinnere ich mich; Ihr habt recht, Samuel Brondlov! Er war's! O Haus, mein Haus! Du biſt zu klein für dieſe Ehre! O Ehre über Ehre! Nein, das iſt der Ehre Uebermaß. O Gott! wie ſoll ich das ertragen? Die größte Schande und die größte Ehre in einem Tage zu erleben! Aber dieſe Ehre gleicht Alles wieder aus. Ihr Leute, freut Euch mit mir! Ebba Ankarfield hat den mächtigen Schweden⸗ könig raſirt! Ich ſterbe vor Wonne und Luſt! Das Scheermeſſer, womit ich ihm den königlichen Bart ab⸗ genommen, darf keines andern Mannes Geſicht wie⸗ der berühren; es muß in Gold gefaßt werden; es iſt das unſchätzbare Kleinod meines Hauſes, das koſtbare Pfand meiner unveräußerlichen Ehre. Laßt mich hin⸗ auf; ich will dem großen Monarchen den Staub von den Füßen küſſen, daß er eine Frau wie ich ſolcher Ehre gewürdigt hat! Nun mag mir geſchehen auf Er⸗ den was will; dieſe Ehre kann mir nicht wieder ge⸗ nommen werden, und immer und ewig wird es hei⸗ ßen: Ebba Ankarfield hat der Majeſtät den Bart ab⸗ raſirt. Heiſa! Ruft mir meine Kinder zuſammen, daß ſie erfahren, welche Ehre ihrer Mutter wiederfahren iſt. Mir wird ganz ſchwindlich; es dreht ſich Alles um mich im Kreiſe. Haltet mich! ich falle!“
Aber ſchon lag ſie ohnmächtig in den Armen der ſie umſtehenden Gäſte. Heftige Fieberglut überbrühete ihr Geſicht, die Pulſe flogen; man mußte ſie zu Bette


