Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

39

Habt Ihr keinen geſchickten Wundarzt holen laſſen?

Meiſter Samuel Brondlov war ihr eigner Wund⸗ arzt, und ſeit er in Ungnade gefallen iſt, habe ich ſie nach ſeiner Angabe verbunden, und vor einer Stunde hat ihr Meiſter Habermann, Euer Schiffs⸗ chirurgus, einen Beſuch gemacht und ihr ſeinen fer⸗ neren Beiſtand zugeſagt.

Es wäre doch nöthig, daß noch ein Andrer ſie beſichtigte und ihren Zuſtand prüfe, damit, wenn der⸗ ſelbe gefährlich ſein ſollte, gleich die rechten Medica⸗ mente angewendet würden. Ich habe dies vermuthet, und deshalb zwei geſchickte Aerzte mitgebracht, von welchen der Eine ſogar der Leibarzt des Königs iſt.

Der Leibarzt des großer Gott! welche erſtaunliche Ehre iſt mir da widerfahren, den Leibarzt Seiner Majeſtät des Königs von Schweden zu raſi⸗ ren! Sagt mir doch, Herr Kapitän, welcher von Bei⸗ den iſt es denn?

Der, welchen Ihr zuletzt bedient habt.

Ei, über vie unſchätzbare Ehre! Ihr macht mich ganz glücklich, Herr Kapitän. Aber wer iſt denn der andre Herr?

Ein andrer Arzt, verſetzte Norcroß kurz.

Ebenfalls viel Ehre für mich. Ei, ei, ein an⸗ drer Arzt!

Wollt Ihr uns hinauf führen zur Kranken?

Ich werde ja. Es wird mir ſehr zur Ehre ge⸗ reichen. Ich weiß auch, daß Ihr der Kapitän ſeid, auf welchen das geſchoſſene Fräulein ſo ſehnlichſt war⸗ tete. Glaubt nur, ſie hat Euch recht lieb und oft von Euch geſprochen. Nun ſo kommt!

Frau Ankarfield leuchtete voraus und die drei ra⸗ ſirten Gäſte folgten. Die Verwundete ſchlummerte