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lobte die Frau für ihre Leiſtung mit ſchmeichelhaften Redensarten. Frau Ankarfield gerieth darüber in ei⸗ nen Anfall von Verzückung und bedankte ſich einmal über das andere für die ihr angethane Ehre. Kaum aber hatte ſie den letzten Streich am Kinne des Kapitäns gethan, als ſie auch ſchon den zunächſt ſtehenden frem⸗ den Gaſt höflichſt erſuchte, ihr ebenfalls die Ehre an⸗ zuthun. Dieſer machte nun zwar ein mürriſches Ge⸗ ſicht und verſuchte das höfliche Anerbieten mit dem Bemerken abzulehnen, daß er am Morgen ſchon raſirt ſei; aber eh' er ſich's verſah, befühlte ihm Frau An⸗ karfield mit ihrer weichen Hand das Kinn und ver⸗ ſicherte, daß daſſelbe wieder ſtachelig ſei und ein noch⸗ maliges Scheeren nichts ſchaden könne; es ſei ihr durchaus nicht um den Verdienſt, ſondern allein um die Ehre, und ſie würde ſich die Ehre, die ſie glücklich mache und geſund, ſo vornehme Gäſte erſt mit dem Scheer⸗ meſſer, dann mit dem Tranchirmeſſer, erſt mit dem Bar⸗ bierbecken, dann mit der Bierkanne pflichtſchuldigſt zu be⸗ dienen, an dieſem Abende nicht nehmen laſſen. Die Frau redete ſo viel in den Gaſt hinein, daß er ſich endlich auf dem Stuhle ſitzen und die Serviette vor ſich hängen ſah, er mochte nun wollen oder nicht, um ſich ſein hageres, halb ſaures, halb von einer komiſchen Ver⸗ zweiflung durchzwicktes Geſicht raſiren zu laſſen, da⸗ mit er die ehrbegierige Frau nur los werde. Ob⸗ gleich bereits die Dämmerung gekommen war, und der kleine Kellner ſeiner Frau Mutter mit einem bren⸗ nenden Kienſpan vorleuchtete, ſo bediente die Witwe doch auch dieſen Gaſt zu ſeiner vollkommenen Zufrie⸗ denheit, und die Reihe kam an den Dritten. Samuel Brondlov, von einem natürlichen Inſtinkt aus ſeinem Winkel herbeigezogen, ſobald er die eigen⸗ thümlichen Töne vernahm, welche das Wetzen des


