ſeiner alten Freundin waren es nicht allein, die ihm den heftigen Schweißerguß zuwegebrachten; andre quä⸗ lende Gedanken ſetzten ihm noch gewaltiger zu, und in Folge deren ließ er ſich alſo vernehmen:
„Mit Verlaub, Frau Ankarfield, von Euerer Ehre iſt Euch kein Haar breit entwendet worden; Ihr habt bis dieſe Stunde noch das reiche Gut zuſammen, wel⸗ ches Ihr zu Lebzeiten Eueres Eheherrn gehabt, wo ich ſchon Euer Freund war. Aber ich weiß, mit Verlaub zu melden, einen Mann, der durch die Be⸗ freiung und eilige Abreiſe dieſes Magiers mehr ver⸗ loren hat, als ſeine Ehre, mehr als ſein Leben; ach! und dieſer Mann iſt Gott erbarm's! kein andrer als Johann Gabriel Habermann, Euer gehorſamer Diener.“
„Und was könnte es Höheres geben, als die Ehre?“ fragte die Kranke.
„Die Waffenſalbe und das ſympathetiſche Wund⸗ waſſer!“ platzte der Chirurgus heraus.„Von beiden hatte er mir die Zubereitung zu lehren verſprochen, und nun iſt er fort, und ich bin, mit Verlaub zu ſagen, um meine ſchönſten Lebenshoffnungen betrogen. O ich unglückſeliger Mann!“
Die kranke Wirthin ſah ihn groß an und rief dann mit einem wenig verhehlten Abſcheu:„Alſo habt Ihr mit dem Teufelsbraten auch in Verbindung ge⸗ ſtanden und Euere arme Seele dem Teufel verſchrei⸗ ben wollen, vielleicht gar ſchon verſchrieben? Und Ihr wagt's, mein Haus zu betreten, mir ein Medicament zu reichen? Fort! fort! Meine Ehre! Ihr ſeid mein Ehrendieb! Fort! fort!“
Die kranke Frau war in große Heftigkeit gerathen, und alle Anweſenden erwarteten mit ſtummem Stau⸗ nen, wohinaus das wolle. In dieſem Augenblicke ging die Thür auf, und der Kapitän Norcroß trat
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