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muel Brondlov zuſammengekauert, und während ſich Alle lebhaft unterhielten, ſprach er, der ſo gern ſprach, mit Niemand. Er ſchien im tiefen Nachden⸗ ken über ſein ferneres Schickſal begriffen zu ſein; denn ſowohl Miß Palmerſton, als auch Frau Eliſabeth Brondlov und ſogar Fanny, ihre Tochter, hatten ihm wiſſen laſſen, er möge ſich nicht wieder unterſtehen, der Einen oder der Andern unter die Augen zu kom⸗ men, möchte nicht daran denken, die Reiſe nach Eng⸗ land wieder zurück zu machen, möchte ſich nicht ſchmei⸗ cheln, von ihnen jemals wieder einen Biſſen Brot zn erhalten. Da ſaß der geſchlagene Mann nun in der Verzweiflung ſeines Herzens und verwünſchte für ſich, daß er die unvorſichtige Kühnheit gehabt, ſeiner Frau zu widerſprechen und nicht zu thun und zu ſagen, wie ſie ihm anbefohlen. Ihm leuchtete ihre wohlmeinende Abſicht immer deutlicher ein. Was half es ihm denn, daß er die Wahrheit geredet? War er nicht dadurch elend geworden? Fühlte er ſich nicht von Gott und den Menſchen verlaſſen? War es ein Wunder, wenn ſein ſonſt ſo geſchwätziger Mund verſtummte und er einem Leichnam glich? Eben rang er mit dem Ent⸗ ſchluſſe, die Stiege gegen den harten Befehl ſeiner ewi⸗ gen Verbannung zu erklimmen und auf den Knieen in das Zimmer der Miß zu rutſchen, an deren Bett Frau und Tochter zu vermuthen waren, und flehent⸗ lichſt um Vergebung ſeiner Schuld zu jammern, und nur die Furcht hielt ihn noch zurück, ſtatt einer gün⸗ ſtigen Antwort eine üble Bedienung von den Nägeln ſeiner Ehehälfte zu erhalten. Endlich wurde er vom Lieutenant Gad dringend aufgefordert, zu erzählen, was er von dem Unglück der vergangenen Nacht wiſſe, und ſo that er denn ſeinen Mund auf, und als das Brünnlein ſeiner Rede erſt im Zuge war, ſprang es


