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Ew. Majeſtät möchten über die Dame am Bord der Fregatte ungehalten ſein.
Der König, in allen Herzensangelegenheiten un⸗ bewandert, konnte das veränderte Verhältniß nicht recht begreifen und Norcroß mußte Alles noch einmal
umſtändlich erzählen. Zuletzt blieb immer dunkel, wie
der Lord zum Mörder des Kammerdieners und ſeiner Schweſter geworden ſei; aber ſo ſehr auch dem Könige an der Kenntniß der Wahrheit gelegen zu ſein ſchien, ſo mußte doch hier ein ganz beſonderer Umſtand ob⸗ walten; denn er befahl eben ſo wenig, den Lord darüber zu vernehmen, als er ſelbſt ſich geneigt zeigte, ein Zwiegeſpräch mit demſelben zu halten. Es blieb bei dem Befehl, ihn ſo ſchnell als möglich aus der Stadt zu ſchaffen.
„Führen Sie den Kapitän nur immerhin wieder zu ſeiner Braut,“ ſagte der König zum Grafen Mör⸗ ner,„wir haben ihn in einem falſchen Verdacht gehabt, und müſſen ſchon etwas thun, wieder gut zu machen,
was wir bei ihm verſehen. Kommt Nachmittag wieder,
Kapitän. Ihr habt mir noch nicht erzählt, wie Ihr den Dänen durch den Sund gewiſcht ſeid.“
„Mit engliſcher Flagge, meiner engliſchen Uniform und meiner engliſchen Suade, Majeſtät. Sie hatten keine Ahnung von meinem ſchwediſchen Sinn.“
„Nun, wie Ihr in die Oſtſee gekommen ſeid, wer⸗ det Ihr wohl auch wieder hinauskommen; künftig aber ſollt Ihr in Marſtrand anlegen, wo Euere Priſen liegen. Ihr habt Euch tapfer gehalten. Der Gouver⸗ neur Godenhielm macht große Lobeserhebungen von Euch. Ihr beſitzt meine ganze Zufriedenheit.“
„Ich bin ſtolz darauf.“
„Nun geht nur zur Braut; denn ohne Weiber könnt Ihr doch einmal nicht leben.“


