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nicht der mindeſte Zweifel, daß er der wirklich iſt, für den er ſich ausgiebt.“
„Wie ſeid Ihr zu dieſem Manne gekommen, und was veranlaßte Euch, ihn mit einer däniſchen Dame, welche Ihr auch an Bord hattet, auf einem Boote heimlich in die Stadt führen zu laſſen?“
Norcroß ſah, daß nun nicht mehr auszuweichen war und erzählte frei und ohne Hehl den ganzen Verlauf der Sache.„Wenn ich gefehlt habe,“ ſchloß er,„ſo hat mich meine unvertilgbare Anhänglichkeit an die vertriebene Königsfamilie dazu verleidet. Lord Palmerſton gelobte mir, ſich Ew. Majeſtät zu Füßen zu werfen und Höchſtdieſelben für ein Unternehmen zu gewinnen, an welchem meine ganze Seele hängt, für welches auch die ſeinige hoch entflammt war, nämlich
den Prätendenten wieder in ſein Reich und ſeine ur⸗⸗
alten Königsrechte einzuſetzen. Wir wußten, Ew. Ma⸗ jeſtät würden dieſem Plane nicht ganz abgeneigt ſein, und da mir Lord Palmerſton zuſchwur, er werde nicht eher im Stande ſein, etwas zu handeln oder zu denken, bevor er nicht im Beſitz jenes ſpröden Mädchens ſei, ſo entſchloß ich mich kurz, ſeinem Vor⸗ ſchlag Gehör zu geben und das Fräulein von Gabel zu rauben.“
„Ein kühner Streich, bei Gott und Ehre!“ ver⸗ ſetzte der König mit einem Beifallsblick.„Und wenn ich böſe auf Euch geweſen wäre, ſo würde mich die Kühnheit Eurer That beſänftigt haben. Und Lord Palmerſton wußte ſo wenig von der Anweſenheit ſei⸗ ner Schweſter zu Stockholm, wie Ihr?“
„Eben ſo wenig. Er beſtieg das Boot allein, um das Fräulein von Gabel zu begleiten, und ihre Ent⸗ fernung war die Folge ſeiner Gemüthsänderung und der ebenfalls daraus entſpringenden Beſorgniß aller,


