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hätte ſie auch nicht geheirathet, wenn der Lord Pal⸗ merſton ſie nicht gut ausgeſtattet hätte. Die Miß verſprach vieles Geld, wenn wir den Kapitän zur Heirath mit unſrer— nicht mit unſrer, ſondern mit ihrer Tochter brächten, ſie wollte ihn dann auf eins ihrer Güter ſetzen und was weiß ich? mit ihm machen. Die Miß war es auch, welche uns zur Reiſe nach Schweden beredete und alle Koſten derſelben getragen hat; denn wir armen Leute hatten ja kein Geld zu ſolch einer Reiſe und wußten auch nicht, wohin Herr Norcroß gekommen war, ſie hatte es aber bald er⸗ fahren und erzählte uns, er ſei bei Ew. Majeſtät in große Gunſt gekommen und es ſei nun Zeit, ihn auf⸗ zuſuchen und zu verklagen. Sie ſchwur hoch und theuer, daß ſie ihn nun eben ſo ſehr haſſe und zu verderben wünſche, wie ſie ihn erſt geliebt habe. Aber die Hei⸗ rath zwiſchen meiner Tochter— pfui Samuel! es iſt nicht dein Kind— die Heirath wollt' ich ſagen zwi⸗ ſchen dieſem Bankert und Kapitän Norcroß iſt er⸗ logen, und den falſchen Trauſchein, mit welchem jene Perſon die Verbindung beweiſen will, hat der Ober⸗ pfarrer Blomfield ausgeſtellt, welcher nach ihrer eig⸗ nen Ausſage des Mädchens Vater iſt.“
Die Frau hatte die Rede des Mannes oft mit Schimpfworten und unſinnigen Proteſtationen unter⸗ brochen und ihn unaufhörlich Lügen geſtraft; es half ſogar wenig, daß ihr die Gardiſten auf des Königs Wink den Mund zuhielten; denn ſie wußte ſich mit Gewandheit von der Feſſel zu befreien; ſelbſt die ein⸗ fältige Tochter ließ ihre Stimme ertönen und belegte den Barbier mit allerlei Ehrentiteln, als Rückwirkung des von ihm empfangenen Bankerts. Mitten im heißen Zungengefechte der Frau, rief ſie plötzlich zum König gewendet:„Und meine Tochter iſt dumm, ſie hat


