Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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Hand getraut worden, und habt Ihr die ſchriftlichen Zeugniſſe darüber?

Ich weiß es nicht! verſetzte die Einfältige.

Ihr werdet doch wiſſen, was Ihr in jener Nacht gethan habt?

Ich habe alle Nächte geſchlafen.

Und ſeid nie des Nachts ausgegangen?

Nein.

So ſeid Ihr auch nicht jenes Mannes Weib?

Ich weiß es nicht.

Wißt Ihr denn auch den Unterſchied zwiſchen einer Jungfer und einer Ehefrau nicht?

Nein.

So behüt Euch Gott! Nehmt dort den leeren Platz Euerer Mutter ein. Man bringe den Sa⸗ muel!

Behauptet Ihr noch ferner, daß Eure Tochter des Kapitäns Norecroß eheliches Weib ſei?

Großmächtigſte Moſeſtät halten zu Gnaden Höchſt⸗ dero geringſtem Knecht, dieſes, mein Kind leidet ſeit einer Reihe von Jahren an einem Kopfübel, welches wir Mediciner lapsus cephalicus zu nennen pflegen, und welches ſtets einen ſtarken defectum memoriae) mit ſich zu bringen pflegt, und dem zu Folge weiß das arme Mädchen nicht, was es geſtern gethan hat; denn es iſt in derlei Krankheitsfällen bekannt,

a.

Ich frage Euch, Mann, ob Ihr, Ihr ſelbſt et⸗ was von der Trauung Euerer Tochter wißt, ob Ihr dabei gegenwärtig geweſen ſeid?

Ew. großmächtigſten Majeſtät allerunterthänigſt zu dienen, muß ich ſchuldigermaßen bekennen, daß ich von

*) Kopfſchwäche Gedächtnißmangel.