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meinem Sohne, den ich der Welt ſchenkte, eh' ich Dich Schaafsgeſicht noch geſehen hatte.“
Des Königs Geſicht verzog ſich zum Lachen; eine Seltenheit am zwölften Karl von Schweden.
„Ihr ſollt beim Verhör Euerer theuren Leibesfrucht zugegen ſein, Frau; doch ſteht Ihr in jener Ecke, wo Euch Euere Tochter nicht ſehen kann; unterſteht Ihr Euch aber, ein einziges Wort zu reden, ſo laß' ich Euch durch Gardeſoldaten hinauswerfen. Der Mann ſoll allein gehen.“
Durch die erfolgreiche Widerſetzlichkeit ſeiner Le⸗ bensgefährtin mit neuem Muthe beſeelt, erwiederte der Barbier:„Ew. großmächtigſte Majeſtät werden mir, höchſtderv armſeligem Knechte, huldreichſt erlauben, bei meiner geliebten Familie zu bleiben, mit welcher ich aus keinem andern Grunde über Meer gefahren bin, als um ſtets in ihrer mir ſehr wohlthätigen Nähe zu ſein, und mich von meinen hochzuverehrenden Kunden allen getrennt und losgeſagt und ſie ſämmtlich— und es ſind mir ſehr theure und ſehr ehrenwerthe Häup⸗ ter darunter— dem Meſſer und der Scheere, dem Kamme und dem Brenneiſen meiner beiden Geſellen anvertraut habe, dem William Onslov nämlich, das iſt der Aelteſte und dem John——“
„Bleibt, bleibt in's Teufels Namen!“ rief der Kö⸗ nig dazwiſchen, der nun wohl einſah, daß Samuel Brondlov, hatte er einmal das Wort ergriffen, nicht fertig werden konnte und davon weggeriſſen werden mußte, wie ein gieriger Zecher von der Weinkanne. Auf des Königs Wink wurde der Barbier in die eine Ecke, die Frau in die andere des Hintergrundes ge⸗ ſtellt, zwiſchen Beide ein ſpaniſche Wand geſchoben und vor jedes ein Paar handfeſte Gardiſten gepflanzt. Das


