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Frau Brondlov begehrte für ihr Theil, daß ich jenes Geſchöpf heirathen ſollte, welches Ew. Majeſtät durch die kleinſte Prüfung als unfähig finden werden, jemals einem Manne angehören zu können, der ſich nur etwas über das Vieh erhoben hat. Ich verſprach damals Alles, denn ich war gezwungen dazu. Hätte ich nicht Ehe und noch mehr in die Hände meiner Befreier gelobt, ſo würden ſie keinen Augenblick an⸗ geſtanden haben, mich zu verrathen und meinen Mör⸗ dern wieder auszuliefern. Ich verſprach alſo, was ſie verſprochen haben wollten; und ſah mich nach der Flucht um, die mir auch gelang. Dies iſt mein Ver⸗ hältniß zu dieſen Leuten.“
„Ein gezwungener Eid, thut Gott leid!“ ſprach der König entſchuldigend.„Und kein Prieſter hat Euch eingeſegnet mit jenem Mädchen?“
„Eher hätte ich mein Leben gelaſſen, als mich mit dieſem Geſchöpfe prieſterlich zuſammengeben zu laſſen Die Religion iſt mir kein Spott.“
„Geſchöpf?“ fuhr Frau Eliſabeth wieder hitzig heraus.„Unfre Tochter iſt ehrlicher Leute Kind und kein Geſchöpf.“ Durch dieſe Expectoration ſeiner Frau ermuthigt, rief auch Samuel:„Der Obermeiſter und Stadtälteſte, Samuel Brondlov hat kein Geſchöpf ge⸗ zeugt, Herr! Ihr mögt Gottes oder des Teufels Ge⸗ ſchöpf ſein, Fanny iſt mein Kind. Verſtanden? denn wie ich Euch ſchon geſagt und gehörigermaßen in al⸗ len Punkten und Umſtänden auseinandergeſetzt, auch erklärt habe, meine hochzuverehrenden Kunden und ſon⸗ ſtigen Freunde, welche—“
„Stille! oder ich laſſe Euch das Maul mit einem Spunde verkeulen!“ rief der König.
„Womit, Kapitän Norcroß, könnt beweiſen,
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