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drohenden Bewegung das Wort ſtecken blieb. Frau Eliſabeth, die in des Königs Augen etwas Unheim⸗ liches bemerkt hatte, welches ihr die Bewegung der königlichen Hände zu erklären ſchien, ſtürzte ſich mit einem Angſtgeſchrei zwiſchen den vorſchreitenden König und ihren rücklings laufenden Mann. Karl wich vor ihr, wie vor einem Geſpenſt, zurück, kehrte um und befahl einem der Reichsräthe, den Barbier zu befra⸗ gen. Dieſer ſuchte den erſchrockenen Mann wieder zu beſänftigen und verlangte, daß er die gegen den Ka⸗ pitän Norcroß vorgebrachte Klage ihm jetzt in's Ge⸗ ſicht wiederholen ſolle. Der Barbier fuhr fort: „Ich wollte nur damit ſagen, weil ich von ſoviel vornehmen Leuten gewürdigt werde, ſie zu bedienen und zu unterhalten mit allerlei kurzweiligen Reden, daß ich doch ein wahrheitsliebender Mann ſein muß; denn wenn ich Lügen ſpräche, würde mich Niemand in ſeinem Hauſe dulden, ich verlöre meine zahlreiche vornehme Kundſchaft und wäre nicht Gildemeiſter und nicht Obermeiſter und nicht Stadtälteſter und auch nicht Vormund von den ſechs unmündigen Kindern der Frau Mary Knigt, Kaufmannswitwe an dex Ecke der Goldſpornſtraße, gerade wo der Herr John Nor⸗ croß ſtill hielt, als er gefangen auf das Pferd ge⸗ bunden in Barnet eingeführt wurde, und die drei Kapitäne, Carr, Doral und Gordon hinaus auf den Richtplatz gebracht und decollirt wurden. Alſo ſag' ich, muß auch meine Ausſage wahr ſein gegen dieſen Iohn Norcroß, welcher dort ſtehet; ich kenn' ihn wohl. Er trug zwar bin noch keinen Schnauzbart und nicht einen ſolchen Rock; vielmehr hatte er einen ſpaniſ ſchen ttel an und eine Halskrauſe, blanke Knöpfe ſaßen ihm auf der Bruſt. Er trug auch damals—“ „Mann!“ donnerte der König jetzt wieder.„Seid


