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Ihr des Teufels? Ihr überholt ja die ſtockholmer Fiſch⸗ weiber in geflügelter Rede. Ich ſage Euch jetzt ein⸗ für allemal, ſprecht Ihr ein Wört mehr, als man Euch fragt, ſo laß' ich Euch aus dem Schloſſe, der Stadt und dem Lande hinauswerfen! Darnach zu richten!“
Der eingeſchüchterte Barbier ſchwieg wieder. Der Reichsrath fragte:„Was habt Ihr gegen den John Norcroß vorzubringen?“
Samuel Brondlov ſtudirte, wie er ſich kurz faſſen wollte, und vergaß darüber die Antwort. Seiner Frau wurde bange, und eh' ſie ſich's ſelbſt verſah, war ſie mit der Antwort fertig:„Er hat unſre Tochter geeh⸗ licht und iſt dann heimlich davon gegangen.“
„Wollt Ihr ſchweigen, Weib!“ fuhr ſie der Kö⸗ nig an.
„Ja, ja!“ rief der Barbier froh, ſich der bündi⸗ gen Kürze ſeiner Frau bedienen zu können,„er hat unſere Tochter geehlicht und iſt dann davonge⸗ gangen.“
„Was habt Ihr gegen dieſe Beſchuldigung vor⸗ zubringen, Kapitän Noreroß?“ fragte der Staatsrath weiter.
„Daß ſie eine unverſchämte Lüge iſt,“ verſetzte dieſer ruhig.
„Eine Lüge! Eine unverſchämte Lüge!“ rief Sa⸗ muel und kreiſchte Eliſabeth Brondlov zu gleicher Zeit.„Meine ſämmtlichen Kunden ſollen mir bewei⸗ ſen, daß ich keine Lüge ſage.“—„Wer wagt es, ungeſtraft Eliſabeth Brondlov unverſchämt zu nennen? Ich bin ſo verſchämt, wie irgend eine Frau, die Scham hat, und habe in reicher Leute Häuſer gedient. Miß Palmerſton ſoll mir bezeugen, ob ich Scham habe
oder nicht. Ich bin nicht unverſchämt.“
„Stille!“ rief der König und raſſelte an ſeinem


