Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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Frau Eliſabeth Brondlov erſchrak nicht davor, ſondern ſchickte ſich an, die Begebenheiten zu erzählen, in Folge deren ſie die Reiſe nach Schweden gemacht hatte, aber der König verſtopfte den eben wieder aufgethanen Ka⸗ nal ihrer Redegeſchicklichkeit durch die an ihren Ehe⸗ geſpons gerichtete nicht minder laute Anrede:Samuel Brondlov, gebt Antwort, beſteht Ihr noch auf Euerer Anklage gegen den Kapitin John Norcroß?

Da trat mit dem Lichte der Erkenntniß auch die Barbiergelenkigkeit ſeiner Zunge wieder ein, und der Strom begann ſich folgender Weiſe zu entladen:

Ew. großmächtigſter Majeſtät allerunterthänigſter Knecht, ich Samuel Brondlov, Gildemeiſter der Chi⸗ rurgie und Obermeiſter der Haarkräusler und Perücken⸗ macher zu Barnet, habe die Ehre, die vornehmſten Einwohner unſrer Stadt ſowohl an Mund und Kinn, als auch an Scheitel und Schopf reſpektmäßig zu be⸗ dienen, ſintemalen ich ohne Ruhm und Eitelkeit oder ſonſten ſträflichen Eigenſchaft zu vermelden mit Fug und Recht und allen Ernſtes von mir zu ſagen und zu behaupten mich erdreiſten darf und ſolches zu thun

auch gar nicht anſtehe; denn jeder Menſch fühlt ſei⸗ nen Werth, und wer ſich ſelber ehrt, iſt Andrer Ehre werth, ſo daß ich alſo ſagen kann, ich komme täglich und ſtündlich in die vornehmſten Häuſer, und habe freien Zutritt bei Herren und Damen, und unſer Oberbürgermeiſter, Meiſter Arthur Schopſon, ſagt jedesmal, ſo oft ich Hochdenſelben beim Frühſtück be⸗ diene: Samuel, iſt's gefällig, und ich verſetzte jedes⸗ mal: ich danke unterthänig Eure Gnaden; alſo daß ich damit ſagen will, wie ich von den vornehmſten n gewürdigt werde, welches

Iſt der Kerl toll? rief der König, und ſprang vom Stuhl auf den Barbier los, dem ob dieſer

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