Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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Thür an. Der Gedanke, daß Friederiken eine Gefahr drohen könne, brachte Flaxmann bald außer ſich. Ohne ſich zu beſinnen ſteckte er ſeine Terzerole in den Gür⸗ tel und fühlte ſich raſch hinab, durch die Hausflur bis an die Hausthür. Das einfache Schloß war mit⸗ tels eines Zuges bald geöffnet und der junge Mann auf der Straße. Eben ſo raſch war er im gegenüber⸗ liegenden Hauſe. Doch hier kannte er die Localität nicht weiter, als bis zur Schenkſtube, und er hatte Mühe, die Treppe zu finden. Endlich trifft er die Stufen und ſchleicht leiſe hinauf. Er iſt auf einem kleinen Vorſaal, aber die Dunkelheit läßt ihn nichts erkennen; er ſteht in der peinlichſten Ungewißheit; eine namenloſe Angſt zermartert ihn. Da hört er plötzlich in einem ZimmerWerda! rufen, aber angenblick⸗ lich darauf vernimmt er ein Geräuſch, wie wenn zwei mit einander kämpfen ein Röcheln Flaxmann eilt in der Richtung, von wo er den Laut gehört, reißt die Thür auf und erblickt beim ſchwachen Schim⸗ mer ein Diebslaterne, wie ein Menſch ſich am Boden wälzt, und zwei andere aus einem Schranke Geldſäcke nehmen Kaum erblicken ſie Flaxmann, ſo ſtürzen ſie mit einigen Säcken fort, er feuert ein Terzerol ab, fehlt aber, und die Kugel ſchlägt in eine offene Zim⸗ merthür, in welcher ſich eben eine weibliche Geſtalt zeigt, die nun mit einem Schrei zu Boden ſtürzt. Flaxmann von Entſetzen erfüllt, ahnet, daß ſeine Ku⸗ gel ein unglückliches Ziel gefunden, und eilt auf die Gefallene los.

Die davon eilenden Diebe reißen die Laterne um und entkommen mit dem Gelde. In demſelben Augen⸗ blicke entſteht ein angſtvolles Rufen im Hauſe, man kommt mit Lichtern; Frau Ankarfield im bloßen Hemde, Männer und Weiber, unter dieſen Friederike. Licht⸗