Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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20. Der hamhurger Spion.

Während der ambitieuſen Expectorationen der Frau Ankarfield war es auch zwiſchen Flarmann und jenem ihn betrachtenden Spieler zu gegenſeitigen Aeußerun⸗ gen gekommen. Dieſer verwegen ausſehende Kerl hatte offenbares Unglück im Spiel und ein Thaler um den andern rollte aus ſeiner Hand in die Taſchen der Mitſpieler; dem ungeachtet richtete er ſeine Aufmerk⸗ ſamkeit auf die Reden der Wirthin und ſpannte ſein lauerndes Ohr, als er von den Geldſäcken der im Hauſe wohnenden Fremden und dem Ort, wo dieſel⸗ ben aufbewahrt ſeien, hörte. Endlich war der Menſch beutelleer und wandte ſich mit einem widrigen Grin⸗ ſen zu Flarmann mit den Worten:

Mir geht's, wie Euch, guter Freund, vor fünf Wochen in Hamburg. Schade, daß ich nicht auch noch eine goldene Doſe zu verlieren habe, wie Ihr.

Ich habe Euch in jener Geſellſchaft bemerkt, und wenn ich nicht irre, ſo ſpracht Ihr an jenem Mor⸗ gen, wo ich von Schurken und Falſchſpielern um all' das Meine betrogen wurde, mit dem Lieutenant Kreuz am Fenſter, und auf Euern Rath ließ ich mich an⸗ werben. Gingt Ihr nicht mit bis nach Altona? Ja, ja Ihr war' dabei. Ich befand mich zwar damals in einem ſehr aufgeregten Zuſtande, aber mir fallen doch alle kleinen limſtände bei, und es bleibt mir kein Zweifel übrig, Ihr ſeid einer der berüchtigten Hel⸗ fershelfer und Spione des ungeſchlachteten Lieute⸗ nants.