Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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Anzug kaufen wollt, ſagte ſie leiſe, dem Ohr des Fräuleins näher gerückt,ſo kann ich Euch meinen Schwiegerſohn beſtens empfehlen; er wird Euch gut, prompt und billig bedienen. Ihr werdet wohl daran thun, gnädiges Fräulein, damit man nicht in Ver⸗ legenheit kommt, Euern Freund für Euern Diener anzuſehen. Für wenig Thaler werdet Ihr ihn wie einen Grafen herausputzen; und's iſt ein hübſcher Mann, er wird ſich in einem beſſern Kleid ſtattlich ausnehmen.

Ihr nehmt viel Theil an ihm, unterbrach hier Friederike den Redeſtrom der ehrliebenden Frau,aber ich bitt' Euch, gute Frau, beweiſt mir zuvörderſt das dadurch, daß Ihr eine Wohnung für ihn beſorgt.

Ihr thut mir viel Ehre an, mich damit zu beauftragen. In meinem Hauſe hab' ich aber kein Winkelchen mehr ledig, wohin ich ihn ſtecken könnte. Aber wartet, mir fällt ein guter Gedanke bei. Wie

geſagt, meine älteſte Tochter drüben hat auch ihre Ambition und eine nette Stube mit Kammer hin⸗. ten heraus. Sie wird ſich eine Ehre daraus machen,

ſolche Euch für ein Billiges abzutreten, zumal, wenn Ihr Euern Freund mit Kleidern aus ihres Mannes Laden verſeht. Laßt mich nur machen; ich will ſo⸗ gleich hinüber gehen und mit ihr reden. Ihr ſollt bald ſchöne Antwort haben. Damit trollte ſie ſich zur Thüre hinaus.