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ler. Der Kerl glotzte ihn an, und Flaxmann war überzengt, daß dieſer verwegen ausſehende Menſch bei ſeiner Anwerbung zur däniſchen Fahne in Hamburg gegenwärtig geweſen ſein müſſe.
Unterdeſſen hatte Juel ſein Geſuch bei der Wirthin vorgebracht. Eine lange hagere Frau von ſchwärzli⸗ chem Teint, den Kopf gebückt vorwärts tragend, trat ihnen entgegen. Ihr langes eingefallenes Geſicht er⸗ hielt durch eine auf ihrer langen höckrigen Naſe ſitzende ſehr unförmliche und unſchimmere Brille durch und über welche ihre kleinen ſchwarzen Augen arg⸗ wöhniſch lugten, und durch die unordentlich unter der ſchmuzigen ledernen Haube in Stirn und Schläfe her⸗ einhangenden halb ſchwarzen, halb grauen Haare ei⸗ nen abſchreckenden Ausdruck.
Zuel hatte mit geläufiger Zunge den höflichen Gruß von Meiſter Habermann vorgebracht und das Begehr der Fremden genannt..
„Danke, danke ſchön, mein Puttchen, danke für die Ehre,“ ſchmunzelte Frau Ankarfield, und klopfte den Jungen mit ihren langen dunkelbraunen knöcher⸗ nen Händen auf die blühenden Backen„Meiſter Ha⸗ bermann iſt ein Ehrenmann, denn er weiß andere Ehrenleute zu ſchätzen. Unſereins hat auch ſeine Am⸗ bition. Er iſt ein guter Freund meines ſeligen Man⸗ nes geweſen und hat mir immer viel Ehre angethan. Danke, danke ſchön, für die große Ehre von Meiſter Habermann! Er wird mich doch morgen beſuchen, mein Söhnchen?“
„Ganz gewiß, ſehr ehrenwerthe Frau Ankarfield, wird er das. Ich hatte vergeſſen, Euch ſeinen baldi⸗ gen Beſuch anzuſagen.“
„Sehr viel Ehre, lieber Junge.“
„Ehre dem Ehre gebührt,“ verſetzte der ſchelmiſche


