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Flarmann ſchwieg und verlor ſich in ein düſteres Träumen, aus deſſen Zwielicht ihm endlich das Fräu⸗ lein von Ove mit ihren ſanften Zügen und kieben milden Augen entgegentrat. Er war endlich ganz bei ihr, indeſſen der unſtäte Geiſt des Fräuleins von Ga⸗
bel von einem kühnen Ziel ihrer Wünſche zu einem noch kühner g und ſich in großartigen Phanta⸗ ſiegebilden chte.
Das Boot hatte ſich der Stadt allmälig genähert, und die Reiſenden ſahen ſich endlich von Inſeln um⸗ geben, die mit prangenden Paläſten, ehrwürdigen Kir⸗ chen und ſtolzen Häuſern bebaut waren und deren
ild die helle Fluth wiederſpiegelte. Die Schiffer fuhren nordöſtlich am Strande hin, und legten an einem kleinen Landungsplatze an. Juel ſprang heraus, legte den Steg für die Andern und gab der Dame die Hand. Sobald Flaxmann heraus war, ſtieß der Matroſe wieder ab.
Es war ein ſonderbarer Anblick, das ihrem Stande gemäß gekleidete Fräulein in koſtbarem Jagdanzuge am Arme des in den däniſchen Soldatenrock gehüllten Flax⸗ mann, dem voraneilenden Juel folgen zu ſehen. In dieſem Aufzuge gingen ſie durch mehre Straßen, bis der Schiffsjunge an einem Erkerhäuschen in einer abge⸗ legenen Straße ſtand und ſagte:„Hier ſind wir am Hauſe der Frau Ankarfield.“


