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„Ich bitte ſehr um Entſchuldigung,“ ſtotterte der Lieutenant.„Auf ſolchen Fall nicht vorbereitet— wie könnte ich— wie vermöchte ich— die Kühnheit — die Wagniß—— ich kann nicht— ich bin's
nicht im Stande.“
Der Kapitän und Flaxmann brachen in lautes Lachen aus, aber ſelbſt dieſer Impuls vermochte die lange, dürre, zuſammengebeugte Geſtalt des Lieutenants nicht in die Höhe zu richten; auf den Backenknochen ſeines ſonſt fahlen Geſichts hatte ſich eine Stelle in der Größe eines brabanter Thalers hochroth gefärbt und ſeine Augen irrten in grenzenloſer Verlegenheit am Boden.
„Es fällt mir bei,“ ſagte Noreroß ſchelmiſch,„daß,
ſo lange auch die Schöne ſchon am Bord unſerer Fre⸗
gatte iſt, Ihr doch noch keine Gelegenheit genommen habt, ihr näher zu treten, und doch brachen die Ge⸗ fühle Eueres Herzens vorhin in lichten Flammen aus. Wohlan, ich muß Euerer Schüchternheit zu Hülfe kom⸗ men, ſonſt ſterbt Ihr unbeweibt, und die Welt wird um Euere Nachkommenſchaft betrogen. Ich befehle Euch alſo, Lieutenant, Euch ſogleich zum Fräulein von Gabel zu verfügen und ihr geziemend vorzutra⸗ gen, ob ſie geſonnen ſei, unſern Vorſchlag hinſichtlich ihrer Einbringung in die Stadt anzunehmen? Stellt ihr unſre Gründe mit Anſtand und Ueberraſchung vor.“
Der Lieutenant verſuchte noch einmal, an die Milde des Kapitäns zu appelliren, aber der nieder⸗ ſchmetternde Blick deſſelben verſchloß ihm den Mund und trieb ihn, der ſeine unbeſonnenen Reden ſtill im Herzen verwünſchte, wankend vorwärts. Der Mann, deſſen Herz ſchon ſeit zwanzig Jahren in ſtillem aber gewaltigem Feuer für das andere Geſchlecht ſich


