Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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verliebt ſei. Ueberdies wußte ich, daß die Amme meiner Schweſter einen Barbier in Barnet geheirathet hatte. Kaum alſo hattet Ihr die Prinzeſſin Henrica als Euere Geliebte in London bezeichnet, ſo ahnte mir, daß Roſamunde Euere Befreierin aus dem Gefängniß geweſen ſein möchte. Der Name meines Vaters, die Einkünfte ihrer eignen Baronie, ihre Schönheit, die ſie zu ihren Zwecken an den Mann zu bringen ſich nicht ſcheute, und zuletzt ihre ſchlaue Erklärung, daß ſie mit Leib und Seele der hannöveriſchen Partei und den Whigs zugethan ſei, womit ſie ſich überall eingeſchmei⸗ chelt, ja wodurch ſie ſogar Einfluß erlangt hatte, da mein Vater immer im Verdacht des Jacobitismus war; alle dieſe Mittel machten ihr wahrſcheinlich die Oeff⸗ nung Eueres Gefängniſſes leicht. Aber ſagt mir nun auch, welchen Lohn begehrte ſie für ihre Befreiung?“

„Verzeiht, Major, wenn ich Euch dieſe Bitte ab⸗ ſchlage. Vielleicht finden wir ſpäter Gelegenheit, dar⸗ über zu reden, und die Zeit hat mich dann geneigter gemacht, über ein mir widriges Verhältniß zu ſprechen. Jetzt laßt uns vor allen Dingen überlegen, was aus dem Fräulein von Gabel werden ſoll.“

„Ich hobe ihr wunderliches Schickſal unbeſonnener Weiſe veranlaßt, nun will ich auch für ſie ſorgen. Laßt mich darüber mit ihr ſelbſt ſprechen.“

„Gut, ſo wollen wir unſern Burſchen die Zungen ſchweigen laſſen; denn in zwei Stunden legen wir im Hafen an.— Meiſter Pehrſohn!“ rief er jetzt dem Ober⸗ bootsmann zu, der die Taue eben einrollte, dann und wann den Tabaksrauch unwillig aus ſeiner Pfeife blies und mit ſcheelen Blicken nach dem Fräulein von Gabel hinſah.„Es macht ſich nothwendig, daß außer unſrer Mannſchaft keine Seele etwas von dem Raube jenes Mädchens erfährt.“