4. „Der Jruf⸗Mörner.“
Die Fregatte, welche des berühmten tapfern Ge⸗ nerals und Lieblings Karl's des Zwölften, des Grafen Mörner, Namen trug, war eines jener berüchtigten und gefürchteten Kaperſchiffe, welche der kriegeriſche Schwedenkönig zum Schrecken ſeiner zahlreichen Feinde in die Nord⸗ und Oſtſee, ja in das atlantiſche Meer ſendete.
Es iſt bekannt, daß Karl der Zwölfte nach ſeinem ſeltſamen fünfjährigen Aufenthalt in der Türkei als ein gemeiner Courrierreiter plötzlich in Stralſund an⸗ gelangt, entſchloſſen war, kühne Pläne zu Schwedens Ruhm und Größe auszuführen. Dänemark, Rußland, England und Holland hatten mehr oder minder Ur⸗ ſache, ſich über Karl's feindſeligen Sinn zu beklagen; denn der unbeugſame König hatte ſeinen zahlreichen Kaperern Befehl ertheilt, die Schiffe aller dieſer Mächte aufzubringen und als Priſen nach Schweden zu führen.
Nach den Niederlagen, welche er von den Dänen erlitten, namentlich nach dem Verluſt von Stralſund, Rügen, Wismar, nach dem unglücklichen Feldzuge in Norwegen und der vergeblichen Belagerung von Fried⸗ richshall, ließ der ſtarrſinnige Schwedenkönig noch ein⸗ mal ſo viele Kaperſchiffe ausrüſten, und wenn erſt höchſtens zehn die Meere durchſtreift hatten, ſo liefen zu manchen Zeiten nun vierundzwanzig aus den ſchwe⸗ diſchen Häfen aus. Kein Fahrzeug der ihm feindlichen
Storch, ausgew. Romane u. Novellen. Xl. 2


