Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſeinen Werbeoffizieren anbefohlen oder erlaubt hatz Dieſe Worte wirkten. Kreuz ſchien den Franzoſen z kennen und zu wiſſen, weſſen er fähig ſei. u ſi wieder der Gedanke in ſeinem Kopfe auf, der Rekrute könne wie der Anſchein lehre doch etwas Vot⸗ nehmes ſein und ihm die ſchlechte Behandlung eirſt

entgelten laſſen. Er ſteckte den Bratſpieß in die

Scheide, befahl dem Kapitän d'Armes, den Rekruten einzukleiden, und verließ fluchend die Stube. Bald⸗ darauf ſah man ihn mit ſeinen Spionen und Helfers⸗ helfern auf einem Wagen nach Hamburg zurückfahren.

Flaxmann, wieder zu ſich gekommen, ſah ſich mit ſcheuen Blicken um. Da er den Lieutenant nicht er⸗ blickte, verlor ſich ſeine Unruhe. Courtin redete ihm gutmüthig zu und gab ihm die Verſicherung, ſo lange ſie Beide zuſammen wären, ſolle ihm kein Haar vom Kopfe, geſchweige das Kleinod entriſſen werden. Drauf warf er dem Erſchütterten das Commishemd und die Soldatenkleider über. Sorgfältig verbarg der Jüng⸗ ling das Etui auf der Bruſt und ſtand bald als dä⸗ niſcher Soldat bei den Andern.

Die Rekruten lebten einige Tage in der Caſerne, bis ein Transport Neuangeworbener hinzukam. So ging es fort, bis die Nachricht einlief, daß ein däni⸗ ſcher Schoner im Hafen zu Travemünde auf die Re⸗ kruten warte, um ſie nach Kopenhagen zu führen. Am beſtimmten Tage wurden ſie unter ſtarker Be⸗ deckung über Lübeck bis zum Bord des Schiffes trans⸗ portirt, welches am folgenden Morgen die Anker lichtete.

Während des Marſches hatte Flaxmann Gelegen⸗ heit, den luſtigen Franzoſen als einen gutgeſinnten gefälligen Mann kennen zu lernen, der ihm Alles zu Liebe that, was er ihm an den Augen abſehen konnte.