Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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herum, aber als dieſer ſogleich Ordre parirte und wie ein langgedienter Soldat kerzengerade marſchirte, wagte es der aufgebrachte Offizier doch nicht, ſeine Rache durch Schläge auszulaſſen, ſondern begnügte ſich, brum⸗ mend und zuweilen fluchend vor der Linie herzugehen.

In Altona angelangt, wurde Flaxmann von den Uebrigen getrennt und in die Kaſerne geſperrt. Seine Begleiter konnten frei und ungehindert gehen, wohin ſie wollten. Darüber verwundert fragte der Jüng⸗ ling andere Rekruten, welche ſchon vor ihm hier hin⸗ ter Schloß und Riegel der Stunde ihres Transports nach Kopenhagen entgegenharrten, und erfuhr, daß dieſe Begleiter nichts als die Spione und Lockvögel des Lieutenants Kreuz ſeien, mit denen er manchen wackern Kerl in Hamburg wegkapere.

Unter den Rekruten befand ſich ein Franzoſe in den mittlern Jahren, der ſich ſchon in der erſten Viertel⸗ ſtunde ihres Zuſammenſeins an Flaxmann anſchloß.

Ich habe mich nicht kapern laſſen, ſagte dieſer, ſondern bin freiwillig unter die Fahnen getreten, um Geld zu erlangen, welches mir während eines drei⸗

monatlichen Aufenthalts in Hamburg ausgegangen war. Ich kam auf einer holländiſchen Brigg dahin,

auf welcher ich Oberbootsmann war, hatte mich aber mit dem Kapitän überworfen und blieb in Hamburg in der Hoffnung zurück, auf einem andern Schiffe eine Anſtellung zu finden, welches mir aber nicht ge⸗ glückt iſt. Seht, Monſieur, nun habe ich mir das Handgeld zahlen laſſen und trete in Kopenhagen un⸗

ter das Kommando des jungen berühmten Torden⸗

ſtiold. In Hamburg habe ich die Vögel, in deren Krallen Ihr gefallen ſeid, kennen gelernt; ich gerieth mitten in ihre Geſellſchaft. Ihr werdet dieſelben Leute in allen nobeln Wein⸗, Gaſt⸗ und Kaffeehäuſern, aber