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ſchlagen, ob ich eine Frau oder zehn habe. Ich läſtre
ihn damit nicht; er iſt ein guter Gott, ich ein guter Kerl; er hat die Menſchen lieb, und ich die Weiber. Warum ſoll ich ihrer nicht ſo viel freien als ich Luſt und Belieben habe, wenn ſie mich nur mögen?— Brüderchen, nun weißt Du meinen Lebenslauf, erzähl' mir den Deinigen. Da, trink' aber erſt einmal, daß Dir die Zunge glatter im Maule läuft.“
Der Rekrut ſpielte mit verlegenem Geſicht ſeine Trinkrolle fort, begann aber, trotz des Lieutenants auffordernden Blicken die Erzählung nicht.
„Nun wie heißt Du eigentlich und wo biſt Du eigentlich her?“ fragte Kreuz ſchmunzelnd und legte ſeinen Arm um des Jünglings Nacken, ihm zuckerſüß in das Geſicht blickend.
„Joſeph Flaxmann von Burtehude,“ ſagte der Rekrut leiſe.
„Mordelement!“ donnerte der Goliath mit einem plötzlich bitterbös gewordenen Geſicht, riß ſeinen Arm los und gab dem Jüngling einen ſo gewaltigen Stoß mit der nervigen Fauſt vor die Bruſt, daß dieſer rücklings zu Boden taumelte.„Bomben und Grana⸗ ten! Pulverblitz und vierundzwanzigpfündiges Donner⸗ wetter! Willſt Du mir ſo kommen, Burſche? Oho! Kumpan, denkſt Du, ich ſei ein Dummbart? Ich habe wohl mehr ſolcher naſeweiſen Burſchen unter der Fuchtel gehabt. Habe mich noch von Keinem narren laſſen, werde auch beim rothen Teufel mit Dir Flach⸗ kopf nicht anfangen. Wart', Schlingel, wir wollen aus einem andern Tone mit Dir ſprechen. Willſt Du das Pfötchen nicht, ſollſt Du die Kralle haben. Mordelement! Kopf in die Höh! Augen links! Vor⸗ wärts marſch!“ Der beleidigte Werber zog den De⸗ gen und fuchtelte dem Rekruten um Kopf und Rücken


