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ſchön, Joſeph Flaxmann von Burxtehude; ſo haben wir nun geſprochen, Du als Rekrute, ich als Offizier. Nun laß uns aber wieder als Freunde reden; denn wir haben zuſammen getrunken. Du ſollſt nicht ſagen, daß ich Dir nicht mit aller möglichen Aufrichtigkeit entgegengekommen bin. Unter Freunden darf kein Ge⸗ heimniß ſein. Sieh, ich bin ein geborner Holländer, ein Bauernſohn, und hab' manches Feld geackert. Ich hatte auch ſchon eine Frau— der Satan ſteh' ihr bei!— es war ein dummes Bauermenſch. Da kam ein däniſcher Werber in unſer Dorf. Wir tranken zuſammen und wurden des Handels bald eins. Ich ließ Greten mit ihren Bälgen mit Acker, Pflug und Karrn im Stich und ging nach Dänemark. Das ſind nun ſechzehn Jahre. Dann hab' ich mit gegen den ſchwediſchen Löwen gefochten; erſt ſetzte er uns die Krallen in's Genick, bald haben wir ihn auf die Tatzen geſchlagen. Nachher wurd' ich Unteroffizier und nahm mir ein hübſches Weib. Ich merkt's, daß ihr Andre beſſer gefielen als ich, und meinem Grund⸗ ſatze getreu: leben und leben laſſen, hinderte ich ſie nicht. Nach der Einnahme von Stralſund wurde ich Offizier und freite meine dritte Frau, die ich aber, als ich nach Lähmung meines rechten Armes durch einen verwetterten Schuß als Werbeoffizier hier an⸗ geſtellt wurde, nicht mit nach Hamburg nahm.“
„Sind denn Euere beiden früheren Weiber geſtor⸗ ben?“ fragte der Rekrut.
„J, bei Leibe nicht! Ich gönn' ihnen auch das Leben. Was hülf' es mir, wenn die Gänſe todt wä⸗ ren; ich könnt' ihnen ja nicht einmal die Federn rupfen. Wer wird ſich mit Ketten binden? Sprich mir nicht von der Religivn. Wenn Gott im Himmel waltet— ich will's nicht läugnen— ſo wird's ihm nichts ver⸗


