Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

zelnd.Die Sache iſt ja nun abgemacht und laß nur gut ſein. Du ſollſt's gut haben in däni⸗ ſchem Brot. Wir ſind gute Freunde. Na, aber nun trink'! oder Mordelement! ich ſchmeiß' Dir die Flaſche an den Kopf.

Der Jüngling that als ob er einen Schluck nähme, in Wahrheit aber glitt kein Tropfen des ihm verhaß⸗ ten Getränks über ſeine Lippen; einen Augenblick ſchauderte er bei der durch des Offiziers Reden ihm ge⸗ wordenen Einſicht, daß er mit Liſt in eine Falle ver⸗ lockt worden ſei, aus welcher keine Rückkehr möglich.

Im nächſten Augenblick erfüllten andere Gedanken ſeinen Kopf, die ihm ſeinen unfreiwilligen Schritt als eine bitterſüße Nothwendigkeit bezeichneten und als Rache an den Verfolgungen ſeines Schickſals vorſpie⸗ gelten. Der frühere Trotz kehrte wieder, und Vor⸗ ſätze ſeltſamer Art keimten in ſeinem Geiſte auf, die ihn zuletzt mit wilder Freude erfüllten, bald als ge⸗ meiner Soldat unter den Fahnen des Dänenkönigs zu ſtehen.

Haſt Du doch genippt, wie ein Vöglein aus der Quelle, lachte der Lieutenant;Du mußt's anders lernen unter däniſchem Commando, und damit that er einen tüchtigen Zug aus der Flaſche.

Nach dieſem Beweiſe an ſeiner eigenen Perſon wandte ſich der Lieutenant im vertraulichen Tone an den Rekruten:Wir haben nun zuſammen getrunken, nun wollen wir auch zuſammen reden, und kein Menſch in der Welt kann behuupten, daß Anton Kreuz nicht deſſen Freund ſei, mit welchem er aus einer Flaſ ſche getrunken hat. Mordelenent! Junge, Du ſollſt mir nicht einwenden, es ſchicke ſich nicht für mich, mit einem Rekruten aus meiner Flaſche zu trinken und Freundſchaft zu ſchließen; ich weiß, was ich zu thun