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und zu laſſen habe; und ſo weiß ich denn auch, daß Du, ehe das Neujahr herbeikommt, den däniſchen Lieutenantsdegen trägſt, ſo gut wie ich, und bei allen vierundzwanzigpfündigen Donnerwettern, mir will ſchon ahnen, als müßt' ich zu Dir ſagen; mit Per⸗ miſſion, gnädiger Herr Hauptmann. Ha, meinſt Du nicht auch, Burſche? Bei meiner Ehr' und Treu', das ſehe ich Dir an der Naſe an, und es ſoll mich Kei⸗ ner Lügen ſtrafen, ſo wahr ich ein geſcheiter Kerl bin!“
„Deſto beſſer für mich,“ verſetzte der Jüngling; „ich würde Euerer Prophezeihung beſtens gedenken.“
„Würdeſt Du, braver Junge?“ lachte der Lieute⸗ nant ſeelenvergnügt.„Na, das iſt ein ächtes Sol⸗ datenwort. Darauf müſſen wir noch Eins trinken.“ Und von neuem nöthigte er dem Rekruten die Flaſche auf und ſprach, nachdem derſelbe wieder ſcheinbar ge⸗ zogen, dem gebrannten Waſſer herzhaft zu.
„Nun haben wir von der Zukunft geſprochen; jetzt laß uns auch von der Vergangenheit reden! Mord⸗ element! ich weiß ja noch nicht einmal Deinen Namen, Hallunke! Püppchen, wie heißt Du? Wenn ich ein Jüngferchen wäre, ich vergaffte mich in Dich. Wie iſt Dein Name, Rekrut?“
„Joſeph Flaxmann.“
„Warum nicht lieber Flachskopf oder noch beſſer Flachkopf,“ ſagte der Lieutenant, ſeinen flachen Witz belachend.„Soll ich Joſeph Flarmann in die Liſte ſchreiben?“ fragte er pfiffig blinzelnd.
„Wie Ihr wollt!“ verſetzte dieſer trotzig.
„Du haſt Recht, Burſche. Einen Namen muß doch Einer haben, bei dem man ihn ruft, übrigens gilt's gleich, was das für einer iſt. Wer ſich auf die rollende Kugel der Frau Fortuna ſtellt, wie ein jun⸗ ger Kriegsmann, braucht nichts mitzubringen, als ei⸗


