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Dänemark mit einigen ermunternden Worten anzu⸗ reden.
„Mordelement! Was da! Kamerad, Du machſt ein Geſicht, wie eine Katze beim Donnerwetter. Trink' einmal aus meiner Feldflaſche und öffne mir dann Dein Herz. Dies Labſal iſt zugleich eine auflöſende und abtreibende Arznei; alle Sorgen ſchwinden vor ſeinem Geiſte wie Nebel, jede Noth fliegt in die Luft wie ein Schuß Pulver. Ich wollte mein Portepée dran ſetzen, daß Chriſt der Herr den Beſeſſenen ein Quart Branntwein eingegeben und alſo die Teufel ausgetrieben hat.“
Er ſchlug eine rohe Lache über ſeinen Witz auf, und hielt ſeine Flaſche dem neuen Rekruten hin. Die⸗ ſer machte aber nicht die mindeſte Bewegung danach, ſondern ſah mit vornehmer Verachtung auf den Werbe⸗ offizier. Um ſeinen höhniſch verzogenen Mund ſpielte ein ſpöttiſcher Zug, den aber der Lieutenant nicht zu verſtehen vermochte. Vielmehr rief dieſer:„Na, Burſche, Du brauchſt nicht ſo ſchüchtern zu ſein! Mordelement! Zottelkopf, ſei nicht ſe blöde und trink', in's Teufels Namen! mit dem berühmten Lieutenant Kreuz aus deſſen Feldflaſche. Es wird Dir Ehre bringen, und kannſt Du Dich deſſen beim Regimente rühmen, ſo werden die Andern Reſpekt vor Dir bekommen; denn mich ſoll gleich ein Vierundzwanzigpfünder in Stücken zerreißen, ſo groß wie eine Flintenkugel, wenn ich jemals einem friſch von mir geworbenen Rekruten meine Feldflaſche geboten habe. Aber Du haſt mir vorgeſtern ſchon in die Augen geſtochen, mein Junge, und ich könnte Dir viel zu Gefallen thun.“
„Habt Ihr mich denn ſchon vorgeſtern geſehen?“ fragte der Rekrut erſtaunt.
„I freilich, Bübchen,“ verſetzte der Offizier ſchmun⸗


