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chen Mann, der im Treffen die Leute mit dem De⸗ gen commandirt und zum Siege treibt, nach dem Tref⸗ fen aber mit dem Meſſer bedient und zum Leben bringt. Nein, wahrlich! bei aller lobenswerthen und nicht zu verachtenden Geſchicklichkeit des Meiſter Habermann muß man doch ſagen, daß ſie ſolcher vielſeitigen Brauchbarkeit nicht werth iſt, die Schuhriemen aufzu⸗ löſen, und unſers ehrenfeſten Schiffschirurgus be⸗ kannte Beſcheidenheit wird dies ſelbſt löblicherweiſe zu⸗ geſtehen keinen Augenblick Anſtand nehmen.“
Des Chirurgen Geſicht zeigte Spuren von Aerger
„Ich werde jedem Geſchickteren nicht minder wei⸗ chen als Ihr, Lieutenannt Gad!“ rief er aufſtehend, ließ ſich eine Schale Kaffee reichen und brannte eine Thonpfeife an, damit ihm die Alteration nichts ſchade, denn Kaffee und Taback galten damals noch als Prä⸗ ſervative für alle Uebel.
„Ich fühle mich Euch beiden, meine Herren, zum lebhafteſten Danke verpflichtet,“ ſagte der Kapitän, „und fürwahr, ich werde nicht ermangeln, Euren Rath zu befolgen, Meiſter Habermann, den Lieutenant Gad ſo eifrig unterſtützt. Wir ſind ohnedies ſchon einen Tag zu lange in Hamburg, und werden gehen, die
Berichte unfrer Spione abzuhören. Läßt ſich nur ir⸗
gend etwas Fangbares auf dem Waſſer ſehen, ſo wollen wir ohne Weiteres in See ſtechen. Es ver⸗ langt mich, Seiner Majeſtät, unſerm Könige, wieder einmal Bericht abzuſtatten von meiner Thätigkeit, und vom rothen Munde der ſtockholmer Damen Küſſe zu naſchen.“
„Wer's doch ſo weit gebracht hätte, wie Ihr!“ rief der Lieutenant mit einem Anſtrich von Neid, „des Königs Gunſt im vollen Maße, des braven Görz Freundſchaft, die Gewogenheit der Damen von Stande,
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