Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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Mann, welchen der däniſche Lümmel am Schlepptau mit fortgezerrt, nicht vortrefflich zum Kapitänlteutenant des Graf⸗Mörner paſſe, und Ihr würdet wohl thun, Kapitän, wenn Ihr alle Segel aufhißtet, um dieſe Brigg noch aufzubringen.

Niemand in der Welt, der ſich beſſer auf die menſchliche Phyſiognomie verſteht, als Meiſter Haber⸗ mann, könnte Euch doch beſſern Rath ertheilen, als er, der ehrenwertheſte aller Fleiſchkenner und Fleiſch⸗ ſchneider, ſagte der Lieutenant giftig,denn ich wollte meinen Lieutenantsdegen dran ſetzen, der fremde junge Mann war ein Chirurgus, der in Paris oder ſonſt auf einer berühmten Univerſität ſeine Studien abſol⸗ virt hat und zum Doctor promovirt worden iſt. Trug er denn nicht ſein koſtbares Bindezeug in der Seiten⸗ taſche ſeines Rocks und zog er es nicht hervor, um es zu verſetzen? Hernach gereute ihn dieſer vorſchnelle Vorſatz, weil er ſich durch Ausführung deſſelben um's Brot gebracht hätte; denn jedenfalls gedenkt er ſeine Kunſt auszuüben; aber was wäre ein Chirurgus ohne

Meſſer, Scheere, Aderlaßſchnepper, Lanzette, Pincette

u. ſ. w.? Nichts mehr und nichts weniger, als was ein Maler ohne Farben und Pinſel ſein würde. Wie Euch alſo Meiſter Habermann wohlmeinend gerathen, Kapitän Norcroß, unterlaßt um unſrer Kaperehre wil⸗ len nicht, auf dieſe rothe Flagge Jagd zu machen ich meine die Aderlaßbinde des jungen Doctors der Chirurgie und ſie aufzubringen, damit uns nach einem Gefechte nicht fernerhin die Hälfte der verwun⸗ deten Leute unter dem Meſſer ſtirbt. Nebenbei wird Euch der junge Doctor auch ſchon die Dienſte eines Kapitänlieutenants verſehen, und ich wüßte in der Welt nicht, woher Ihr ein brauchbareres Subject für den Graf⸗Mörner aufbringen wolltet, einen ſo treffli⸗