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weiter nichts, als in einem dem Lieutenant böſen zugewor⸗ fenen Blick, und den Worten:„Mit Verlaub, Lieu⸗ tenant, ſeht Euch vor, mich nicht einmal für ei⸗ nen Eber zu halten, der Euch mit den Hauern in's Fleiſch fährt!“ Dann verzog ſich ſein Geſicht wie⸗ der in die Falten jener Bonhomie, die mit der Welt und ſich ſelbſt in Frieden lebt, wenn ihr die genießbaren Schätze der Küche und des Kellers täglich und ſtündlich ohne langweilige Beſchwörungen zu Ge⸗ bote ſtehen, ja als der Kapitän und der Lieutenant noch zu lachen fortfuhren, hielt es der Schiffschirur⸗ gus für das Beſte, mit einzuſtimmen, weil ihn dies der Nothwendigkeit überhob, ſich bei dem Kapitän we⸗ gen der Beleidigung zu entſchuldigen, die er ihm als gebornem Engländer angethan zu haben wirklich ver⸗ meinte.
„Im Ernſt,“ ſagte Kapitän Norcroß,„es thut
unſerm Graf⸗Mörner Noth, daß er complettirt werde; ſeit uns der Lieutenant Collin in Marſtrand ein Du⸗
tzend meiner Leute verführt und davon gelaufen iſt, und ich gezwungen war, meinen Kapitänlieutenant in's Gefängniß legen zu laſſen, läuft unſre Fregatte wie ein Windhund auf der See. Und wenn auch Lieutenant Gad bei unfrer nächſten Ankunft in Stock⸗ holm durch des Königs Gnade avancirt, ſo fehlt es uns doch immer noch an ein paar tüchtigen Köpfen und an einer Schaluppe voll handfeſter Burſchen, die wir an die Ruderbänke und Kanonen ſtellen können.“ „Gabriel Habermann müßte ſich ſchlecht auf das menſchliche Antlitz verſtehen, welches doch von Fleiſch und Bein iſt, wie jeder andere Theil des Korpus,“ be⸗ merkte der Schiffschirurgus mit einem ſchelmiſch lä⸗ chelnden Blick auf den Lieutenant,„wenn er, mit Ver⸗ laub zu ſagen, nicht geſehen hätte, daß ſich der junge Storch, ausgew. Romane u. Novellen. Rl. 2


