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ſprachen die kalten Schweißtropfen auf der blaſſen Stirn, die krampfhaften Bewegungen der Hände und das öftere Wechſeln des Platzes auf der Bank genug⸗ ſam von innerer Bewegung. Wenn er von den vor ihm liegenden Goldſtücken an die Mitſpieler auszahlte — und das geſchah faſt nach jedem Spiele— zitterte er merklich. Um den Tiſch ſaßen Geſichter, die den Stempel der Gaunerei an der Stirn trugen, doch war auch manches Beſſere dabei. Zu letzteren war ein Mann von mittlerer Größe mit anziehendem Geſicht zu rechnen, deſſen Alter ſich höchſtens in die letzten der zwanziger Jahre verſtieg. Aus ſeiner gedrungenen Geſtalt, ſeinen raſchen Bewegungen, ſeinem feurigen Blick ging ein großer Vorrath von phhyſiſcher wie pſychiſcher Kraft hervor. Er trug einen an den Auf⸗ ſchlägen der Aermel mit Gold geſtickten Sammetrock, feine Manſchetten und ein zierlich gefaltetes Hemd. Die Locken einer zierlichen Perrücke fielen auf ſeine Schultern. Die lächelnden Blicke dieſes Mannes waren jezuweilen ſcharf auf den bleichen jungen Mann ge⸗ richtet, der ſein Geld im Spiele verlor. Aber auch noch zwei Andere blickten dieſen an, die neben dem
feingelleideten Mann zur Rechten und Linken ſaßen,
ein ſchmächtiger, langer, auch gut, obgleich nicht koſt⸗ bar gekleideter Mann mit großen hervortretenden Augen und ein dickes ältliches vergnügtes Vollmonds⸗ geſicht. Beide flüſterten dem Mittleren zu, fixirten den leidenſchaftlich und mit Unglück ſpielenden Jüngling, und der Dicke trank dann mit Wohlbehagen aus ſeinem Kruge.
„Er verſchießt jetzt die letzte Munition,“ ſagte der lange Blaſſe leiſe;„ſeine Fregatte hat ſtarke Breſchen, und ich glaube nicht, daß er ein Bvot ausſetzen kann, um ſich zu ſalviren.“ Auf einen Wink des Nachbars


