beizuwohnen. Du Froiſſet verheimlichte dieſe Nach⸗ richt ſeiner Tochter, aber ſie hatte das Schreckliche doch erfahren, und während er gezwungen war, dem Marſchall zu dem graͤßlichen Schauſpiele zu foigen, eilte Louiſe mit Gaſtine's Kindern jammernd davon, um ſich der Königin zu Fuͤßen zu werfen. Sie wurde von den Wachen nicht vorgelaſſen, und mußte warten, bis Katharina erſchien, um ſich in der Sänfte nach dem Greveplatz bringen zu laſſen. Louiſe warf ſich nieder, und riß die Kinder mit ſich auf den Boden. Sie rangen alle die Haͤnde und Louiſe bat mit der Angſt der Verzweiflung um Gaſtine's Leben.
„Gebt doch den Kleinen ein Zuckerbrot,“ ſagte die Koönigin zu einer ihrer Hofdamen, und zum Kar⸗ dinal von Lothringen, der an ihrer Seite ſtand, ſprach ſie:„Und Ihr ſorgt, daß dieſe hubſche Schwärmerin in den Lehren der katholiſchen Kirche unterrichtet werde. Sie wird eine gute Katholikin geben.“ Und ſomit ſtieg ſie in die Sänfte.
Louiſe raffte ſich auf; kein Schmerzenslaut wurde mehr von ihr gehoͤrt; ſie nahm die Kinder an den Haͤnden, und ſchreckte mit einem verzweifelten Blick die Hofdame zuruͤck, die ihr das Fortgehen wehren wollte. Fluchtigen Schrittes eilte ſie auf den Greve⸗ platz. Unzähliges Volk war ſchon verſammelt, ſo wie der ganze Hof, männlichen und weiblichen Geſchlechts. Louiſe ſtellte ſich mit ihren kleinen Begleitern vorn an. Nicht lange dauerte es, ſo nahte der Gerichts⸗ zug. Der ungluͤckliche Gaſtine ſaß auf einem Wagen hinter ihm zwei Henker, neben ihm ein katholiſcher Prieſter, der ſich vergebens bemuͤhte, ihn zur allein⸗ ſeligmachenden Kirche zuruckzufuͤhren. Die Kinder er⸗ kannten ihren Vater; ſie ſtreckten rufend die Hände nach ihm aus. Gaſtine ward ſichtbar erſchuttert. Er bat den Prieſter einen Angenblick halten zu laſ⸗


