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ſen, damit er von ſeinen Kindern Abſchied nehmen könne. Der Mann Gottes verſetzte:„ Nur unter der Bedingung, daß Ihr Euch gleich zum katholiſchen Glauben bekennet und darin ſterbet, damit Eure Seele gerettet werde.“ Gaſtine warf ſeinen Lieben noch ei⸗ nen Blick zu und ließ ſich an den Galgen bringen. Ceſar hielt zu Pferde im Gefolge des Herzogs von Guiſe. Er glaubte vor Jammer ſterben zu muͤſ⸗ ſen, als er ſeinen edeln Pflegevater den Tod der Ver⸗ brecher als Märtyrer ſeines Glaubens ſterben ſah⸗ Der fanatiſche Poͤbel jauchzte, der Hof gratulirte der Koͤnigin, als Gaſtine ſeinen Geiſt ausgehaucht hatte.
Als Ceſar ſeinem Herrn folgen wollte, fühlte er ſich
am Arme gehalten. Ein verſchmitztes Italienergeſicht grußte ihn freundlich, ſteckte ihm ein Briefchen zu und verſchwand im Haufen. Neugierig entfaltete Ceſar das Blatt. Es war eine zaͤrtliche Einladung
der Herzogin von Nevers zu einem Rendezvous in
ihrem Gartenhauſe. Ceſar kußte das Papier. Ga⸗ ſtine war vergeſſen.——
Das verhängnißvolle Kreuz in der Straße St. Denis hatte in ganz Paris bald den Namen des Gaſtine-Kreuzes.


