Teil eines Werkes 
1. Theil (1831)
Entstehung
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wie die toſende Brandung des wild empoͤrten Meers an die Uferfelſen donnert. In groͤßter Haſt, gepeitſcht von verzweifelten Gedanken, uͤberholte Ceſar die ſich heran waͤlzende Menge. Er war's, der mit kräftigen Schlaͤgen die Thuͤre ſprengte, er, der zuerſt durch die duͤſtern Hallen und Gänge des ihm wohl bekannten Hauſes eilte, fluͤchtig und ſicher wie ein Geiſt. Und athemlos erteichte er das Schlafzimmer der Kinder⸗ Da lagen die Kleinen ruhig ſchlummernd, waͤhrend das Verderben ſchon ſeine zackige mordgluͤhende Fauſt uͤber ihren lockigen unſchuldigen Haͤuptern ausſpannte, um ſie zu faſſen und zu wuͤrgen. Ceſar riß ſie vom warmen Lager auf, nahm die Kleinſten auf die Arme,

die Groͤßern an die Hand und rannte mit den Schreien⸗

den von dannen, als waͤre ihm der Tod hinter den Ferſen. Gluͤcklich wurden ſie gerettet; aber kaum hatte der Juͤngling die unſelige Schwelle verlaſſen, als der vernichtende Sturm uͤber dieſelbe hinein brauſte und die friedlichen Penaten gieriger Racheluſt opferte. Ohne Zweifel wuͤrden die ketzeriſchen Kinder im erſten Augenblick vom Meſſer des blutdurſtigen Fanatismus geſchlachtet worden ſein, wenn ihr Retter nicht ſo ſchnell geweſen waͤre.

Es war ein gräßlicher Anblick, als man das aus allen Schranken der Menſchheit herausgetretene ge⸗ meine Volk mit dem erſten Strahl der Morgendäm⸗ merung uͤber das ſchoͤne Haus herfallen und Alles, was ihm vorkam, rauben und verwuͤſten ſah. Tau⸗

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