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tiebe und an denen ich Euretwegen einen ſchweren Verrath begangen habe. Ich will Euch nicht erinnern, daß unter den gefeſſelten Calviniſten meine einzige Schweſter, meine Zwillingsſchweſter ſich befindet; ich will Euch nur ſagen, daß Louiſe die beſte Freundin und Geſpielin Eurer Madelon war. Darum beſchwoͤr' ich Euch, Herr Herzog, bei Allem, was Euch und mit heilig iſt, ſchiebt die Rettung nicht bis morgen hin⸗ aus; thut bald, was Ihr thun wollt, thut es auf fri⸗ ſcher That.“ Dabei ſturzte er dem Herzog zu Fuͤ⸗ ßen, umklammerte die Kniee deſſelben und jammerte wie ein Kind.
„Steh auf, du Froiſſet!“ ſigt der etzen „Du ſollſt ſehen, daß ich Madelon in herzlicher Liebe, daß ich Dir in wahrer Freundſchaft zugethan bin. Dein Wille ſoll geſchehen. Ich will noch in dieſer
Nacht mein ganzes Anſehen, all meinen Einfluß auf⸗ bieten, um Dir zu genuͤgen. Rufe meinen Kammer⸗ diener herbei, ich will mich ankleiden laſſen, gib dem Stallmeiſter— daß er uns Pferde vorführen täßt.“ n 5
Eeſar flog und weckte die Leute. Eine Stunde darauf ritten Beide durch die menſchenvollen Straßen der Buſtile zu. Es koſtete dem Herzog viel Muͤhe, gegen ſeine Garäntie Louiſens Freilaſſung zu bewerk⸗ ſteligen; aber wer malt Ceſars Schrecken, als der Gefunhentärter mit det troſtloſen Nachricht zurück⸗ kehrto, Loulſe dAlban ſei nicht unter den Gefangenen
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