Teil eines Werkes 
1. Theil (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5 Eindruck die Gewaltthat auf das Herz des feurigen Juͤnglings gemacht und wozu ſie ihn bringen könne. Mit Nachdruck wieß der Herzog zuerſt die Vorwuͤrfe ſeines jungen Freundes und Kammerherrn zuruͤck, und verſicherte ihn, ſobald er ihn nur einigermaßen beruhigt hatte, daß er nicht allein nicht die entfernteſte Ahnung von dem Geſchehenen gehabt, ſondern auch all ſeinen Einfluß aufbieten wollte, um größeres Un⸗ gluͤck zu verhuten.

Dieſen raſchen und ſichern Coup kann nur ein Meiſter ausgefuͤhrt haben, ſagte er,und fuͤr⸗ wahr dieſer Meiſter kann Niemand anders als die Koͤnigin ſein, welche die Liſt des Fuchſes mit der Macht des Löwen verbindet. Nach der Vereitlung ihres ſo gut und ſchoͤn ausgedachten Planes auf die Oberhaͤupter der Hugenotten in Noyers hat ſich jeden⸗ falls ihre Picanterie auf die Ketzer zur Wuth, ihre Unduldſamkeit zur unerbittlichſten Strenge geſteigert. Und doch hat ſie ſelbſt mir nicht das Mindeſte von ihrem Vorhaben merken laſſen. Doch ſei getroſt, ich vermag viel uͤber ſie; und es wäre nicht gut, wenn ich nicht morgen ſchon die Freilaſſung der Calviniſten durchſetzen wollte.

Morgen?! rief Cäſar traurig.Morgen könnte es zu ſpät ſein. O bedenkt, Hoheit, daß es die Eltern Eurer innig geliebten Madelon ſind. Ich will Euch nicht ſagen, daß es auch meine Pflegeeltern, daß ſie rechtſchaffene edle Menſchen ſind, die ich ſehr